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"Obdach!-Fertig!-Los!"- Obdachlosentheater

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Odach!-Fertig!-Los! (O-F-L) war eine Amateur-Theatergruppe aus Hamburg, deren Mitglieder in Obdachlosigkeit lebten. Die Gruppe löste sich 20 Jahre nach ihrer Gründung im Jahr 2014 auf, nachdem sieben Theaterstücke inszeniert wurden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gruppe Odach!-Fertig!-Los! wurde im Jahr 1994 von Gerd Arland (1941–2018) zusammen mit dem obdachlosen Lyriker Klaus Lenuweit gegründet und von Arland bis zu ihrer Auflösung 2014 geleitet.

Träger des Theaters war der gleichnahmige gemeinnützige Verein „Obdach!-Fertig!-Los!“, der durch die Hamburger Kirchengemeinde St. Peter, wo die Proben stattfanden, das Spendenparlament und freiwillige Mitarbeiter unterstützt wurde. Das selbsterklärte Ziel von O-F-L war es, Obdachlosen durch Theaterspielen das Selbstvertrauen zu geben, dass sie ihre Suchtprobleme mit Alkohol und Drogen wieder in den Griff bekommen, und ihnen wieder zu einer Wohnung und einer Arbeit zu verhelfen.[1]

Vereinsarbeit

Karen Gerds organisierte vor jeder Theaterprobe für hungrige Mitspieler erst einmal belegte Brote. In einer Gesprächsrunde gab es ein offenes Ohr für die aktuellen Probleme jener, die sich von einer durchgetakteten Gesellschaft abgehängt fühlen, denn psychische Probleme zählen mit zwei Dritteln als häufigste Ursache von Obdachlosigkeit in Deutschland.

In den 20 Jahren seines Bestehens hatte O-F-L rund 100 Mitwirkende auf und hinter der Bühne.

Theater-Arbeitsmethode

Arland bestand in seiner Theaterarbeit mit Obdachlosen auf nüchterne Proben und Aufführungen. Bei Obdach!-Fertig!-Los spielten die Obdachlosen auf der Bühne keine Theaterstücke ihnen fremder Autoren: Als Autor und Co-Autor entwickelte Arland die Theaterstücke zusammen mit Obdachlosen, die darin von ihrem Leben auf der Straße erzählten. Als Regisseur und Schauspieler gelang es ihm zudem, seine obdachlosen Mitspieler davon zu überzeugen, ihre eigenes Schicksal auf der Bühne darzustellen.

Verwandte Theaterprojekte

Die therapeutisch orientierte Theaterarbeit von O-F-L war unter den deutschen Obdachlosen-Theaterprojekten einmalig. Die auf die Bühne gebrachten Selbsterfahrungen der Betroffenen ähnelten dem „Theater der Unterdrückten“ von Augusto Boal.

Stücke[Bearbeiten]

Als Autor und Co-Autor gelang es Arland, die tragischen Lebensläufe der Mitspieler als heitere Schwänke zu erzählen. Damit konnte O-F-L ein breites Publikum in Norddeutschland auf die psychischen Probleme von Obdachlosen aufmerksam machen. Es entstanden sechs Theaterstücke und eine Theaterperformance:

  • 1994: „Open Stage Spiel“, Obdach!-Fertig!-Los! in der Hamburger Mönckebergstraße. Theaterperformance zum Mitmachen von Gerd Arland und Klaus Lenuweit. Inhalt: Im Würfelspiel „Wohnopoly“ bekommt der Gewinner eine Wohnung.
  • 1995: „Pension Sonnenschein“ in der „Mission“ am Hamburger HBF. Theaterstück von G. Arland und K. Lenuweit. Inhalt: Diese Version der Weihnachtsgeschichte spielt in einem Obdachlosenheim.
  • 1998: „Kalte Platte“ im TIK, Thalia Theater, Hamburg. Theaterstück von G. Arland und K. Lenuweit, Regie Reneé Harder. Inhalt: Obdachlose erzählen von ihrem Leben auf der Straße und träumen von einer eigenen Wohnung.
  • 2002: „Straßenköter“, Theaterstück von G. Arland und Thomas Dominik. Inhalt: Zwei Obdachlose erzählen wie sie auf der Straße gestrandet sind, schließen Freundschaft und ziehen sich wie Baron Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf.
  • 2005: „Abwärts zu den Sternen“ in der Hamburger „Fabrik“. Theaterstück von G. Arland, T. Dominik, Regie Maja Helene Feil. Inhalt: Über die Frage „Hat das Leben die Menschen auf der Straße kaputtgemacht – oder waren sie es vorher schon?“ geraten der Obdachlose Andy, Trinker Harry und Zocker Mike in Streit. Dann unterbrechen die Schauspieler ihr Spiel und outen sich als längst therapiert und wieder in festen Wohnverhältnissen, um dann ihre eigene Lebensgeschichte zu erzählen.
  • 2010: „Läusepension“, Neufassung von „Pension Sonnenschein“ von G. Arland und K. Lenuweit.
  • 2012: „Nestkälte“

Auszeichnung[Bearbeiten]

Einladung zum „Internationalen Festival des Obdachlosen Theaters“ in Prag am 13. und 14. Januar 2006 mit dem Stück „Abwärts zu den Sternen“. O-F-L war dort das einzige Theater, das selbstgeschriebene Stücke aufführte.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Wondrak: Aspekte von Theaterarbeit mit unfreiwilligen Subkulturen, S. 225, Schibri-Verlag Berlin, 2004. ISBN 978-3937895130.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]


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