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Arcus (Waffe)

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Arcus, auch Bogen oder Pfeilbogen genannt, ist eine Bezeichnung für alle Abschussvorrichtungen für Pfeile.

Etymologie[Bearbeiten]

Arcus (altlateinisch: arquus) ist das lateinische Wort für den Bogen, mit dem Pfeile abgeschossen werden, den Regenbogen, den Bogen in der Architektur, Triumphbögen, Ehrenbögen, jede bogenförmige Krümmung und den Kreisbogen. [1] In der Neuzeit wird der Begriff als Lemma genutzt, um darunter je nach Autor verschiedene Bögen der klassischen Antike zum Abschuss von Pfeilen zu beschreiben.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon in Homers Ilias im 8. oder 7. Jahrhundert beschrieben [2], kam um 400 v. Chr. bei den Skythen ein Kompositbogen als Reiterbogen auf. Auch die Parther nutzten solche Bögen. Von den griechischen Stadtstaaten wurde ebenfalls ein Kompositbogen, allerdings nur bei Fußtruppen eingesetzt. Nach den Eroberungen der Römer im östlichen Mittelmeerraum fanden Bögen nach diesen Vorbildern ihren Weg in die römische Armee, wo sie von Hilfstruppen verwendet wurden.

Präziser gesagt, rekrutierten die Römer, nachdem sie im Kampf gegen die Parther, insbesondere in der Schlacht bei Carrhae 51 v. Chr., die Effektivität des Einsatzes von Bögen kennenlernten und zuvor schon Pompeius 67-62 v. Chr. den Nahen Osten in Besitz genommen hatte, entsprechend ausgerüstete Hilfstruppen. Insbesondere der Stamm der Ituräer wird in diesem Zusammenhang genannt. Schon in den Bürgerkriegen der späten Republik spielten die Bögen eine große Rolle und waren dann in der Kaiserzeit fester Bestandteil der römischen Armee. Ein Nachteil der Kompositbögen bestand in ihrer Konstruktion unter Verwendung von Knochenleim, der sich bei feuchtem Wetter wieder lösen konnte. Spezielle Köcher sollten die Kompositbögen vor Feuchtigkeit schützen.

Thomas Fischer erwähnt auch einfachere Bögen, die nur aus Holz gefertigt waren, und sich innerhalb des Römischen Reiches nicht erhalten haben. [3]

Bögen wurden auch von Gladiatoren in der Arena verwendet. Mit Bogen und Dolch ausgestattete Gladiatoren werden als Sagittarius bezeichnet. 'Sagittarius' ist allerdings auch generell das lateinische Wort für 'Bogenschütze'.[4]

Varianten der als "Arcus" bekannten Bögen[Bearbeiten]

William Smith nutzte 1875 das lateinische Wort 'arcus' in seinem Lexikon der Griechischen und Römischen Altertümer als Lemma zur Darstellung der antiken Bögen. Er ordnet den Bogen als Waffe eher Asien zu und benennt Skythen, Parther und Kreter als besonders geschickt im Umgang mit Pfeil und Bogen und sagt, dass sie in griechischen Armeen "als ein getrenntes Korps" ("as a separated corps") und auch unter den Hilfstruppen ("among the auxiliary troops") der Römer gedient hätten. Er beschreibt das unterschiedliche Aussehen skythischer sowie griechischer Bögen und gibt eine Beschreibung nach Homer (Ilias IV, 105-126.) wieder. Zudem zählt er einige Darstellungen von Köchern auf und bildet die Statue eines Bogenschützen ab, dessen Bogen heute fehlt. Römische Bögen erwähnt er nicht. Er gibt aber 'cornu' als Übersetzung des griechischen κέρας('kéras') an.[5]

Die lateinischen Wörter 'cornu, -us' und die Nebenformen 'cornus, -us' sowie selten 'cornum, -i' bezeichnen das tierische Horn und dann auch Gegenstände, die aus ihm oder mit ihm als Bestandteil gebaut werden, wie z. B. das Blashorn. Es bezeichnet auch die aus Horn gefertigten Bogenteile und kann im übertragenen Sinn -in der Antike dichterisch- den Bogen insgesamt meinen. Dabei wurde auch die Mehrzahl verwendet, da die beiden Spitzen des Bogens, an denen die Sehne befestigt wurde, bei vielen Bögen, bei denen der römischen Auxilia der Kaiserzeit regelmäßig, aus Hornknäufen bestand. [6]

August Demmin nutzte 1869 die Vokabel als Oberbegriff, um mehrere Typen von Bögen einzuordnen:

  • Der 'cornus, -u' genannte Bogen, zu dessen Bau Horn verwandt wurde und der eine Patulus-Form gehabt haben soll,
  • der 'arcus sinuosus' oder 'arcus sinuatus', ein griechischer Bogentyp, der schon von Homer beschrieben worden sein soll, ebenfalls mit Horn gebaut und ungespannt einen "Zirkel" bildend, mit dem in der Kunst Hercules oft dargestellt wird und
  • der 'arcus scythicus', ein skythischer Reiterbogen werden erwähnt.

Demmin stellt dar, dass sowohl bei Griechen als auch bei Römern der Bogen eine Waffe von "Hilfstruppen" war. Er nennt drei Trageweisen des Köchers: "auf den linken Hüften, hinter der rechten Schulter und auf dem Rücken über den Hüften." Seine Informationen entnahm er Bild- und Schriftquellen. [7]

Linda Alchin von der SiteSeen Ltd. gibt 'arcus' als lateinische Übersetzung des englischen 'bow' an und führt den Bogen als eine Waffe der Gladiatoren auf. Sie beschreibt: "The normal weapon of Roman archers was the classic composite bow made of horn, wood, and sinew held together with hide glue.", zu deutsch: "Die normale Waffe des Römischen Bogenschützen war der klassische Kompositbogen aus Horn, Holz und Sehnen gefertigt, die von Knochenleim zusammengehalten wurden." Sie gibt als maximales Zuggewicht 72,5 kg an.[8]

Peter Connolly beschreibt den typischen Bogen römischer Hilfstruppen als Kompositbogen. In ungespanntem Zustand war er etwa einen Meter lang und hatte die Form eines Halbmonds. Zum Spannen bog man ihn in die andere Richtung, wodurch er die Form einer 3 erhielt und einsatzfähig war. Man verschoss mit ihm Pfeile (auf Latein: Sagittae), die man in Köchern an der Hüfte lagerte. Verwendet wurde der Arcus von Leichtbewaffneten, die ihn und die Pfeile in einer Ledertasche am Gürtel transportierten.


Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Connolly: Greece and Rome at War. Greenhill Books, London 1998, ISBN 1-85367-303-X.
  • August Friedrich Demmin: Die Kriegswaffen in ihrer historischen Entwicklung - von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Leipzig 1869, mehrere Auflagen.
  • Thomas Fischer: Die Armee der Caesaren - Archäologie und Geschichte. Friedrich Pustet, Regensburg 2012.
  • William Smith: A Dictionary of Greek and Roman Antiquities. John Murray, London, 1875.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Ernst Georges: Ausführliches Lateinisch-Deutsches Handwörterbuch, 1.Band. Nachdruck der 8. Auflage von 1913, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992, Spalten 549 f.
  2. Homer, Ilias, IV, 105-126. Vgl. Arcus, William Smith: A Dictionary of Greek and Roman Antiquities, John Murray, London, 1875, S. 126, aufgerufen am 28.05.2018.
  3. Belege finden sich in den unter Literatur angegebenen Werken, insbesondere Thomas Fischer: Die Armee der Caesaren - Archäologie und Geschichte. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2012, S. 201.
  4. Gladiator Weapons, aufgerufen am 28.05.2018.
  5. Arcus, William Smith: A Dictionary of Greek and Roman Antiquities, John Murray, London, 1875, S. 126, aufgerufen am 28.05.2018.
  6. Karl Ernst Georges: Ausführliches Lateinisch-Deutsches Handwörterbuch, 1.Band. Nachdruck der 8. Auflage von 1913, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992, Spalten 1698-1701. Peter Connolly: Die römische Armee. Tessloff Hamburg 1976, S. 55.
  7. August Friedrich Demmin, Die Kriegswaffen in ihrer historischen Entwicklung - von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart, Leipzig 1869, mehrere Auflagen. Digitalisat eines Nachdrucks unter anderem Titel, 2018, S.269, aufgerufen am 28.05.2018.
  8. Gladiator Weapons, aufgerufen am 28.05.2018.


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