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Ausklammerungsdiskurs Hotel Silber

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Die ausgeklammerten Bereiche des Hotel Silber Projekts

Der Ausklammerungsdiskurs Hotel Silber ist die Debatte um die Ausklammerungen der württembergischen Beteiligung an der NS Verfolgungs- und Vernichtungspolitik in der Dauerpräsenz beim Hotel Silber Projekt. Der Diskurs wurde 2009 von Hellmut G. Haasis öffentlich angestoßen.[1][2]

Der Stuttgarter Erinnerungsort Hotel Silber zeigt die Polizeigeschichte des Hauses von 1928 bis 1985. Während der NS Zeit war dort der württembergische Sitz der Gestapo (Geheimpolizei). Gegenstand der Dauerpräsenz sind die NS Geheimpolizisten aus dem Hotel Silber und deren Opfer. Zudem wird ein Teil der Geschichte der NS Kripo im Hospitalhof dargestellt. Gänzlich ausgeklammert bleiben die anderen Bereiche der NS Polizei wie die SS, der SD, die Ordnungspolizei, sowie das NS Militär, das mit der Polizei zusammenarbeitete. Württembergische Schlüsselfiguren der NS Vernichtungspolitik, wie Hubert Lanz,Wilhelm Speidel, Kurt Eberhard, Erich Ehrlinger, Theodor Dannecker, Martin Sandeberger, Gottlob Berger, Oskar Dirlewanger, Albert Widmann, Gottlieb Hering, Christian Wirth werden damit in der Dauerpräsenz nicht zum Thema[3][4][5][6][7]

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hat die Rechts- und Fachaufsicht bei diesem Projekt inne.[8]

2009 - 07/2018: Ortsgebundenes Erinnerungsprojekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgebundenes Erinnerungsprojekt: PRO und CONTRA

Pro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt ist ein ortsgebundenes Geschichtsprojekt. Im Hotel Silber war die Gestapo untergebracht. Die anderen NS Polizeistellen waren andernorts. An den anderen Stadtorten der NS Polizei ist eine dauerhafte Thematisierung der Täter und deren Opfer nicht mehr möglich, da diese anderweitig benutzt werden. So ist im früheren Sitz des SD (Sicherheitsdienst) im StadtPalais das Museum der Stadt Stuttgart untergebracht.

Contra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Begrenzung auf die Gestapo wird die württembergische Beteiligung an der NS Verfolgungs- und Vernichtungspolitik mit wesentlichen Ausklammerungen in der online und offline Dauerpräsenz dargestellt. Damit wird die Vermittlung einer offenen und schonungslosen Auseinandersetzung mit der NS Vergangenheit fragwürdig.

Seit 07/2018: Geheimpolizei und ein Teil Kripo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geheimpolizei und ein Teil Kriminalpolizei: PRO und CONTRA

Pro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fünf Monate vor der Eröffnung des Erinnerungsortes Hotel Silber wurde erklärt, dass neben der Gestapo Geschichte des Hotel Silber die Geschichte der NS Kripo im Hospitalhof dargestellt wird. Begründet wurde dies damit, dass beispielsweise bei der Verfolgung von Sinti und Roma und von Homosexuellen die NS Kriminalpolizei (Kripo) die entscheidende Rolle gespielte hat.[9]

Contra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beteiligung der NS Kriminalpolizisten bei der NS Verfolgungs- und Vernichtungspolitik wird zum Teil dargestellt. So sind die NS Kripo Männer, wie Christian Wirth und Gottlieb Hering, die führend bei der Aktion T4 und der Aktion Reinhardt waren, und deren Opfer nicht Bestandteile der Dauerpräsenz.

Darüber hinaus werden weiterhin wesentliche Bereiche der NS Polizei sowie die Zusammenarbeit der NS Polizei mit dem NS Militär in der Dauerpräsenz ausgespart. Beispielweise werden württembergische Schlüsselfiguren der NS Vernichtungspolitik nicht thematisiert, wie die NS Militärs Hubert Lanz, Wilhelm Speidel und Kurt Eberhard, die SD Männer Erich Ehrlinger, Theodor Dannecker und Martin Sandberger, die SS Männer Gottlob Berger und Oskar Dirlewanger oder der SS Kriminaltechniker Albert Widmann. Damit stellt sich wie bisher die Frage, wie will das Land Baden-Württemberg eine offene und schonungslose Auseinandersetzung der NS Vergangenheit mit wesentlichen Ausklammerungen bei der Täter- und Opfergeschichte vermitteln.

In Baden-Württemberg gelten überdies unterschiedliche Maßstäbe bei der Thematisierung der Tätergeschichte und der Widerstandsgeschichte. In Kislau entsteht ein Projekt über den badischen Widerstand ohne wesentliche Ausklammerungen. Im Gegensatz dazu wird in Stuttgart die Geschichte über die württembergische Beteiligung an der NS Verfolgungs- und Vernichtungspolitik mit wesentlichen Ausklammerungen dargestellt.

Unveränderte Projektgrundlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unveränderte Projektgrundlage: PRO und CONTRA

Pro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ausgeklammerten Bereiche der NS Polizei werden nicht in der Dauerpräsenz aufgenommen. Da alle Bereiche der Polizei an den Verbrechen NS Deutschlands verwickelt waren, spreche "insofern vieles dafür zukünftig auch mit anderen Bereichen der Polizei in Veranstaltungen, Projekten oder Ausstellungen zu beschäftigen.“

Contra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt ist nicht mehr ortsgebunden, da die NS Kripo nicht im Hotel Silber saß, sondern im Hospitalhof. Das Projekt kann damit nicht mehr begründen, weshalb in der Dauerpräsenz die Geschichte der Täter und deren Opfer mit wesentlichen Ausklammerungen dargestellt wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die ausgeklammerten Opfer des Hotel Silber Projekts; Eine Kritik über die Ausklammerung von württembergischen Schlüsselfiguren an der NS-Vernichtungspolitik, wie Christian Wirth, Gottieb Hering, Martin Sandberger, Erich Ehrlinger, Theodor Danenecker, Hubert Lanz, Gottlob Berger, Oskar Dirlewanger etc. und deren Opfer. Gedenkstättenforum Topographie des Terrors, 14. November 2018, abgerufen am 14. November 2018.
  2. Das Stuttgarter Gestapohaus schnell abreissen? | ZbE. 6. November 2016, abgerufen am 14. November 2018.
  3. Die ausgeklammerten Opfer des Hotel Silber Projekts; Eine Kritik über die Ausklammerung von württembergischen Schlüsselfiguren an der NS-Vernichtungspolitik, wie Christian Wirth, Gottieb Hering, Martin Sandberger, Erich Ehrlinger, Theodor Danenecker, Hubert Lanz, Gottlob Berger, Oskar Dirlewanger etc. und deren Opfer. Gedenkstättenforum Topographie des Terrors, 14. November 2018, abgerufen am 14. November 2018.
  4. Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg - Findbuch K 110: SD-Dienststellen in Württemberg und Hohenzollern - Einleitung. 14. November 2018, abgerufen am 14. November 2018.
  5. Kurt Kaul: Schreiben als Leiter des SS Oberabschnitts Südwest Gerokstraße Stuttgart. Abgerufen im 14. November 2018.
  6. Hotel Silber vor der Eröffnung in Stuttgart: „Wir sind auf der Zielgeraden“ - Kultur - Stuttgarter Nachrichten. 14. November 2018, abgerufen am 14. November 2018.
  7. Beobachtung und Überwachung im Nationalsozialismus - Der SD – Sicherheitsdienst der SS | MDR.DE. 1. Januar 2018, abgerufen am 14. November 2018.
  8. Finanzierungs- und Organisationsvereinbarung zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart. Erinnerungsort Hotel Silber. Abgerufen am 14. November 2018 (english).
  9. Carsten Dams, Michael Stolle: Die Gestapo: Herrschaft und Terror im Dritten Reich. 4. Auflage. 2017. C.H.Beck, ISBN 978-3-406-70641-7, S. 99: „Bei der Bekämpfung von vermeintlichen «Asozialen», bei der Verfolgung von «Homosexuellen» und «Zigeunern» spielte die Kriminalpolizei eine entscheidende Rolle“


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