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Barat Ceramics

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Barat Ceramics GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1909
Sitz Auma-Weidatal, Landkreis Greiz, Thüringen
Leitung Alexander Dohn, Robin Hees
Mitarbeiter ca. 200 (2016)
Umsatz ca. 20 Mio.€ (2016)
Branche Keramikindustrie
Website www.barat-ceramics.com

Die Barat Ceramics GmbH mit Sitz in Auma-Weidetal produziert seit 1909 technische Keramik. Sie entstand als Nachfolgeunternehmen aus dem VEB Keramische Werke Hermsdorf. Seit 2012 gehört die Barat Ceramics GmbH zum Private Equity Investor Steadfast Capital.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die ersten Drehstrom-Kraftübertragungen im Jahre 1891 erfolgreich waren, stieg die Nachfrage nach Porzellan-Isolatoren in den Folgejahren enorm. Zu dieser Zeit hat der Aumaer Bürgermeister Franz Kolbe für die Ansiedlung von Industriebetrieben an der 1894 in Betrieb gegangenen Bahnstrecke Triptis- Marxgrün geworben. In der Standortwahl zusätzlich begünstigt durch große Waldflächen in der Umgebung von Auma – Holz wurde in sehr großer Menge zum Betrieb von Keramik-Brennöfen benötigt. Im Jahr 1909 wurde die „Porzellan-Industrie-Gesellschaft Berghaus“ in Auma von Karl Gustav Richard Berghaus gegründet, um diesen Bedarf zu bedienen. 1912 folgte die Überführung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft, um notwendige Investitionen zügig tätigen zu können. Man firmierte ab diesem Zeitpunkt unter „Porzellan-Industrie-Aktiengesellschaft Berghaus“.

Aktie der Porzellan-Industrie-Aktiengesellschaft Berghaus
Hauptwerk der Porzellan-Industrie-Aktiengesellschaft Berghaus

Im Jahr 1920 übernahm Oskar Brunnquell die Aktienmehrheit von ca. 95%. Er war Besitzer der Firma „Brunnquell & Co“, ein Hersteller von elektrotechnischer Apparate und Beleuchtungen mit Sitz in Sondershausen. Diese Übernahme führte zu einer zunehmenden Erweiterung des Sortimentes an Pressporzellan, vor allem für Schaltersockel und Lampenfassungen, welche zur Fertigstellung nach Sondershausen geliefert wurden.

Weltwirtschaftskrise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weltwirtschaftskrise traf auch die Belegschaft der Porzellan-Industrie-Aktiengesellschaft Berghaus, Auma mit Kurzarbeit und Entlassungen. Der Erzeugnismix verhalf der Fabrik in Auma über diese schwierige Zeit. Das Sortiment wurde um Sanitärporzellan erweitert. Als Hersteller von Starkstromisolatoren gehörte die Gesellschaft 1934 zum anerkannten Lieferant für das Reichspostzentralamt.

1945 bis 1985[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem 2. Weltkrieg 1945 wurde das Unternehmen unter Sequester der sowjetischen Besatzungsmacht gestellt. Der Betrieb entging nur knapp der Demontage. Bereits im August waren wieder 75 Menschen beschäftigt. Das Unternehmen konnte ab 1946 in deutscher Selbstverwaltung fortgeführt werden. Als Grund dafür lässt sich der hohen Bedarf an Hochspannungsisolatoren - auch als dringende Reparationsverpflichtung der Besatzungsmacht - . Am 06. August 1946 folgte schließlich die Überführung in das Eigentum des Landes Thüringen. Man war fortan der Industriegruppe Glas/Porzellan, Ilmenau zugehörig und firmierte unter Thüringer Porzellanwerke, Betrieb Auma, vormals Porzellan-Industrie-A.G. Berghaus, Landeseigener Betrieb, dann im Jahre 1948 als IKA, Porzellanfabrik Auma VEB und ab 1952 als VEB Porzellanwerk Auma (PWA).

Mit der Neugründung der Industrievereinigung VVB TECHKERAM erfolgte im Jahr 1952 die Umbenennung der Berghaus AG in „VEB Porzellanwerk Auma“. Die 1958 gegründete Industrievereinigung VVB Technische Keramik bereitete 1962/1963 den Weg zur Konzentration der Fertigung keramischer Schneidstoffe und Aufbau einer Pilotanlage zur Herstellung oxidkeramischer Erzeugnisse im Porzellanwerk Auma.

Im Jahre 1964 wurde der Produktionsbereich Schneidkeramik in Betrieb genommen. 1965 erfolgte der Abriss der kohlebeheizten Rundöfen, sowie die Inbetriebnahme von ferngasbeheizten Öfen. Dadurch konnten Sintertemperaturen von bis zu 1.800°C erreicht werden. Zudem wurde die technische Umsetzung der Spritzgusstechnologie vorangetrieben, sowie mit der Erprobung von Schutzgasöfen zum Metallisierungseinbrand (Mo/Mn-Verfahren) und Lötöfen zum Hartlöten mit Silberloten, begonnen.

Ab 1966 wurden hochvakuumdichte hartlötfähige Keramik-Metall-Verbindungen weiterentwickelt. Neu wurden zum Beispiel Dioden- und Thyristorgehäuse, Durchführungen, Potentiometer-Grundkörper und Vakuumschaltkammern hergestellt. Diese Neu- und Weiterentwicklungen führten 1967 zu einer Gesamtproduktion an Oxidkeramik im Wert von 7,75 Mio. Mark.

Bereits 1969 wurde das Unternehmen ein Betrieb der „Keramischen Werke Hermsdorf“.

Im Jahre 1970 wurde die eigens entwickelte isostatische Presse für Drücke bis 100 MPa fertiggestellt. Dadurch entwickelte sich der ehemalige Porzellan Produzent zum alleinigen Hersteller von Oxidkeramik in der DDR.

In der Zeit von 1972-1975 zählte die Herstellung von Substraten für Dickfilmschaltkreise und Gehäuse zum hermetischen Verschluss von Festkörperschaltkreisen zum Aufgabengebiet. Diese Substrate wurden per Foliengießen hergestellt. Dieses Verfahren musste neu entwickelt und erprobt werden.

In den 80er Jahren standen weitere umfangreiche Entwicklungen und hohe Investitionen an. So wurde beispielsweise im Jahr 1982 die Schleiferei erweitert, um die Hartbearbeitung einschließlich Läppen und Polieren zu verbessern. Das Projekt „Produktionsanlage Oxidkeramik Auma wurde 1985 begonnen. Die Grundsteinlegung für das 37,2 Mio. Mark teure Vorhaben wurde am 23. August 1985 gelegt. Der Bau des neuen dreigeschossigen Produktions- und Verwaltungsgebäudes, sowie die zweischiffige Produktionshalle verschlangen ca. 8 Mio. Mark, der Rest wurde für Ausrüstung ausgegeben. Ziel dieser Erweiterung war die Absicherung des zu erwartenden Bedarfszuwachses für u. a. transluzente Brennrohre und EPROM-Decksubstrate, keramische Bondwerkzeuge, Lagerringe, Schaltkammern und Farbstoff-Tiegel für Fernsehbildröhren.

Auswirkungen der politischen Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Resultat der politischen Wende 1989 und der Währungsunion 1990 sind ca. 95% der Kunden weggebrochen, der Umsatz von 52 Mio. Mark der DDR (1989) sank auf 1,9 Mio. DM (1991).Vor dieser Zeit wurden 25-30% des Umsatzes mit Kunden aus den Ostblockstaaten erwirtschaftet.

Das Kombinat VEB Keramische Werke Hermsdorf wurde 1990 umstrukturiert und die Tridelta AG wurde gebildet. Aus dem Porzellanwerk Auma entstand dadurch zum 1. Juli 1990 die Aumaer Oxidkeramik GmbH (kurz: OKERA). Es folgten harte Restrukturierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Trennung von einigen Produktgruppen und die Spezialisierung auf Klein- und Mittelserien, sowie hochpräzise und technologisch anspruchsvolle Produkte aus Hochleistungskeramik. Zudem erfolgte die Erschließung der bisher weitgehend unbekannten Märkte „Westdeutschland“ und „Westeuropa“.

Die Firma “Boart Longyear GmbH & Co. KG“, r mit Sitz in Burghaun, kaufte im September 1992 das Unternehmen und hat sich dazu verpflichtet, die ca. 90 Arbeitsplätze zu erhalten. Es erfolgte die Umfirmierung zur „Boart Ceramics GmbH“. Da der neue Eigentümer ähnliche Technologien anwendete, war er zu diesem Zeitpunkt ein wichtiger Ideen- und Ratgeber. Vor allem bei der Neuorganisation des Betriebes, dem Vertriebsaufbau und bei den Finanzen profitierte man von dieser Unterstützung. In Folge dessen wurden alte Gebäude abgerissen und neugebaut, sowie eine modernere Ausstattung angeschafft.

15,2 Mio. DM wurden bis 1999 investiert. Unterstützung erhielt man vor allem von Franz Schuster, dem damaligen Wirtschaftsminister von Thüringen und von Otto Schily, der zu diesem Zeitpunkt stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Deutschen Bundestag war.

Im Jahre 2006 hat der Privat Equity Investor Equita, Bad Homburg v.d.H., ein Unternehmen der Harald Quandt Gruppe, die Barat Ceramics Holding GmbH gegründet. Diese hat 100% der Anteile der Boart Ceramics GmbH erworben. Das Unternehmen wurde umfirmiert und agiert seither als Barat Ceramics GmbH am Markt.

Seit 2012 ist Hauptgesellschafter der Barat Ceramics Holding GmbH, der Private Equity Investor Steadfast Capital.

Produkte und Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Barat Ceramics GmbH produziert technische Hochleistungskeramik aus Aluminiumoxid, Zirkonoxid, Mischkeramik und Mullit. Anwendungsbereiche sind unter anderem Maschinenbau, Verschleißschutz, Umwelttechnik, Diagnostik und Medizintechnik. Zudem werden Keramiken für den ballistischen Schutz hergestellt.

Keramik-Metall-Verbunde für die Röntgentechnik

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellenangabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Barat Ceramics – Visionen in Keramik“, ISBN 978-3-940027-01-6, Katalog des Porzellanikon Selb)


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