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Die Afel und ihre Liebe

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Die Afel und ihre Liebe ist eine Erzählung des österreichischen Schriftstellers Peter Rosegger, die im Oktober und November (Hefte 1 und 2) 1908 der Grazer Monatsschrift Heimgarten erschien.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Afra von Oberbusch, von der Mutter Afel gerufen, hat den 20. Geburtstag längst hinter sich und möchte heiraten – am liebsten gleich. Afel lebt mit ihrer Mutter bereits seit ein paar Jahren in einem verfallenden Forsthaus im Dorf Dumpel. Der Vater Hauptmann von Oberbusch war nach einem Fauxpas im Dienst pensioniert worden und fristet seither seine Tage als Schreiber in einer Kleinstadt. Afel tanzt und liest gern. Um den Grünen Heinrich macht sie einen Bogen; favorisiert Das Blutgericht um Mitternacht und den Ritter Blaubart. Die rothaarige Afel versteht nicht, weshalb sie hier und da für hässlich gehalten wird. Introspektion vor dem Spiegel ergibt keinen Anhaltspunkt. So besucht sie in ihrem Dorf Tanzveranstaltungen. Daneben verpasst Afel kaum eine kirchliche Trauung. Bei solcher Gelegenheit beurteilt sie mitunter insgeheim, ob die Braut den Bräutigam verdient hat. Als der stattliche Bauer Hans vom Wieshofe seiner scheuen, schmächtigen Braut mit dem „Engelsgesichtel“ vor dem Altar das Jawort gibt, ist es um Afel geschehen. Den Hans will die Afel haben.

Auf dem Tanzboden hat Afel bei den Junggesellen fast keine Chancen. Als sie vom verwachsenen Schustergesellen Dreibuckel aufgefordert wird, brüskiert sie ihn mit einer Absage. Da bittet sie Hans vom Wieshofe – solo vorbeigekommen – zum Tanz. Die Berührung während eines Walzers und darauf eines „Hopsers“ beschert Afel einen unvergesslichen Eindruck von diesem Manne. Darauf will sie sich bei ihm auf dem Hofe als Magd verdingen. Die Mutter kann nur den Kopf schütteln. Auch Hans fertigt Afel mit einem Hinweis auf ihre städtische Garderobe barsch ab. Afel gibt nicht auf. Bei einer Dorfbewohnerin tauscht sie ihr taubengraues Kleid, die Samtschuhe und den roten Hut gegen einen Blaukittel aus derber Leinwand und Bauernschuhen aus Ochsenleder. Mit dem neuen Anputz wird sie von dem immer noch skeptischen Landwirt eingestellt. Die blasse Bäuerin erwartet ihr erstes Kind und behandelt die neue Magd durchweg freundlich-rücksichtsvoll. Afel denkt sich, wenn die Blasse stirbt, ist Hans mein. Der Bauer hat an Afels Unverstand bei der Erledigung bäuerlicher Arbeit auf dem Feld und im Stall täglich etwas auszusetzen. Afel hält Monate durch. Allmählich werden die täglichen Zurechtweisungen weniger. Afel gewöhnt sich an die harte körperliche Arbeit und die beißenden Ausdünstungen in den Stallungen. Die Freude an körperlicher Bewegung ist dem jungen Fräulein bei aller Plackerei erhalten geblieben. Als sie einmal die Mahd auf der Wiese unterbricht, die Kleidung ganz ablegt und im sommerlichen Weiher ein Bad nimmt, gerät der zufällig herzukommende Hans in Wut. Die faule Magd im Evaskostüm wird am Teichufer mit sechs Peitschenhieben bestraft. Jetzt hat Afel mit Hans ein Geheimnis. Sie verschweigt bei der nächsten gemeinsamen Mahlzeit am Tisch des Bauern die Züchtigung und schiebt die Strieme im Gesicht auf die Weidengerten am Teichufer. Der alte Knecht am Tisch kann über solche Lüge nur spotten.

Die Bäuerin bringt einen Knaben zur Welt. Hans, der mit Afels Arbeit mittlerweile nicht unzufrieden ist, bittet seine Magd für den nächsten Samstag in die Scheune zum Garbenlegen. Rosegger umschreibt das Stelldichein: „Zum Garbenlegen ist es nicht gekommen.“

Die Bäuerin wird nach der Geburt des Knaben von schweren Husten- und Ohnmachtsanfällen geplagt. Durch den Husten verliert sie so viel Blut, dass der Arzt sich schließlich um seine blutarme Patientin sorgt. Afel, die nun nach dem Schäferstündchen am Samstag in der Scheune gemeint hatte, der Bauer habe an der kranken Bäuerin ziemlich wenig Interesse, erlebt eine Szene familiären Jammers am Krankenbett der Bäuerin mit dem Säugling in der Wiege daneben. Hans vom Wieshofe, ein großer starker Mann, weint neben den Seinen wie ein Kind. Afel will ihrem mit zuckenden Schultern vor der Wanduhr stehenden Geliebten helfen; muss etwas gegen die Blutarmut der Bäuerin unternehmen. In ihrer oben erwähnten mit Vorliebe verschlungenen Lektüre hatte sie irgendwo gelesen, wie eine Kranke durch eine Bluttransfusion geheilt worden wäre. Also öffnet sich Afel den Puls und lässt ihr Blut in eine Schale fließen. Des Nachts hört Hans einen Ausruf Afels: „Auf! Es muss warm getrunken werden!“ Der Bauer eilt in die Kammer der Magd und ruft Hilfe herbei. Die tote Afel wird hinaustragen. Ihr Blut wird in die Herdglut geschüttet. Am darauffolgenden Morgen erwacht die Bäuerin an der Seite ihre Säuglings und fühlt sich gekräftigt.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Afel und ihre Liebe. Eine Geschichte aus dem Volke von Peter Rosegger. In: Heimgarten. Band 33. Leykam, Graz 1908, S. 1–12,79–91 (archive.org).
  • Die Afel und ihre Liebe, In: Peter Rosegger: Das Buch der Novellen. Band 1 (Aufl. 39–43). Verlag von Staackmann, Leipzig 1910, 380 Seiten.
  • Die Afel und ihre Liebe. In: Peter Rosegger: Das Buch der Novellen. Dritter Band, L. Staackmann. Leipzig 1916, S. 122–154.
  • Die Afel und ihre Liebe, S. 75–106 In: Peter Rosegger: Novellen, Bd.1, Liebes- und Heiratsgeschichten. Verlag L. Staackmann, München 1981, ISBN 978-3-88675-020-7 (enthält noch: Felix der Begehrte, Adam das Dirndl, Das Gupferl, Die Pfingstnacht).


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