Henriette Sophie Wilhelmine von Seebach

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Die Altenburg in Weimar

Henriette Sophie Wilhelmine von Seebach geborene von Stein zu Nordheim, (* 1773; † 26. November 1817 in Weimar) war eine Adlige im Umkreis von Goethe und Schiller in Weimar.

Familiärer Hintergrund[Bearbeiten]

Eltern:

  • Dietrich Philipp von Stein zu Nord- und Ostheim (1741–1803)
  • Susanne Freiin von und zu der Tann (1737–1797)

Henriette keine Geschwister, zu Ihrer Cousine zählte Charlotte von Kalb. Charlotte von Kalb war wiederum mit Schiller[1], Goethe, Friedrich Hölderlin und Jean Paul[2] befreundet. Ab 1792 war sie Ehefrau des Generalmajors Friedrich Wilhelm von Thüngen (Düngen), der allerdings bereits 1793 starb.[3] Aus der ersten Ehe gingen keine Kinder hervor.

Sie war die Ehefrau von Friedrich von Seebach in ihrer zweiten Ehe. Die Eheschließung fand am 15. Oktober 1800 in Nordheim statt.[4]

Kinder:

  • Helene Henriette Friederike von Seebach (1807–1882)
  • Amalie Karoline Charlotte Wilhelmine Henriette von Seebach (1802–1879)
  • August Gustav Wilhelm Adolf von Seebach (1813–1862)

Henriette von Seebach im Umkreis von Friedrich Schiller und Johann Wolfgang Goethe[Bearbeiten]

Grabstein auf dem Jakobsfriedhof Weimar

Ihr Grabstein befand sich laut Jutta Hecker im Garten der Altenburg. Friedrich von Seebach ließ diesen Stein anlässlich ihres ersten Todestages 1818 dahin setzen. Sie starb vermutlich an Tuberkulose. Charlotte von Schiller gab ihrer Schwester Caroline von Wolzogen Bericht. Demnach hatte Charlotte sie noch am 15. November 1817 im Theater gesehen. So schrieb Charlotte: Die gute Henriette Seebach ist beinahe an derselben Krankheit wie Schiller[5] gestorben.[6] Der Grabstein wurde auf den Jacobsfriedhof Weimar umgesetzt.[7][8] Nicht nur mit den Schillers war sie bzw. ihre Familie freundschaftlich verbunden. E. Seidler widmete einer ihrer Töchter von Schiller sogar fünf vertonte Monologe aus seinen bedeutendsten Dramen Die Jungfrau von Orleans, Wallenstein und Maria Stuart in "Fünf Monologe von Schiller grösstentheils nach den Kompositionen von Reichardt und Zumsteeg mit leichter Guitarrenbegleitung gesetzt und dem Hochwohlgebornen Fräulein Henriette von Seebach[9] zugeeignet / von E. Seidler"[10][11] Freundschaftliche Beziehungen hatte die Frau Henriette von Seebach auch zu Goethe, der nicht nur auf der Altenburg mit Friedrich von Seebach verkehrte, sondern auch mit ihr, ohne dass er immer anwesend gewesen wäre. Henriette von Seebach wiederum verkehrte auch im Haus des Geheimrats von Goethe.[12] So wurde zum Ableben von Henriette von Seebach geschrieben: Die Altenburg trauert. Aber auch in den Weimarer Kreis ist eine Lücke gerissen: Charlotte von Schiller trauert. Frau von Stein trauert. Die Herzogin Luise trauert. Auch Goethe nimmt teil an dem Hingang der anmutigen Frau, der er bei Hoffesten und im kleinen Kreise im Salon der Frau von Stein oftmals begegnet ist.[13] Sie war jedenfalls zusammen mit ihrer Tochter auch bei einer Lesung von Goethe im Salon der Charlotte von Stein anwesend, wo dieser aus Wilhelm Meisters Wanderjahre zwei Geschichten vorlas, als der noch gar nicht erschienen war. Vor einigen Tagen las Goethe aus seiner Fortsetzung von "Wilhelm Meister", welche "Wilhelm Meisters Wanderjahre" heißt, bei mir zwei Geschichten vor. Gräfin Henckel, ihre Tochter, Mama Seebach[14], Henriette Seebach[15], die Schillern, Bose waren eben bei mir. Er war gekommen, um mir etwas Botanisches zu erklären, welches ein besonderer Auswuchs an einem Lackstock, den ich besitze, veranlaßte. Er hat dieses mit einer Deutlichkeit getan, daß man das innere Leben davon ergreifen konnte. Die Damen hätten ihm gern die Hände geküßt---.[16] Bemerkenswert ist hierbei, dass dieser Weimarer Freundeskreis um Goethe, bei dem Henriette von Seebach dabei war, eher von der von Goethe beabsichtigten Fortsetzung seines Wilhelm Meister wusste als dessen Verleger Johann Friedrich Cotta in Stuttgart.[17]

Bei allem offenkundigen literarischen Interesse hatte sich Henriette von Seebach nicht literarisch betätigt. Das hingegen tat ihre Tochter Amalie Frfr. von Groß, geb. von Seebach unter dem Pseudonym Amalie Winter (1802-1879) .

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mit Schiller hatte sie auch eine Affäre.
  2. Henriette von Seebach ist ihm auch begegnet. Er erwähnt sie in seinen Briefen https://www.jeanpaul-edition.de/brief.html?num=II_343
  3. https://geneagraphie.com/getperson.php?personID=I706804&tree=1
  4. https://www.einegrossefamilie.de/egf/abfrage.pl?aktion=person_zeigen&person_id=82292&sprache=de
  5. Friedrich Schiller war an Tuberkulose gestorben.
  6. Jutta Hecker: Die Altenburg: Geschichte eines Hauses, Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar 1858, S. 51.
  7. https://de.findagrave.com/memorial/135724775/henriette-sophie_wilhelmine-von_seebach
  8. https://www.klassik-stiftung.de/digital/fotothek/digitalisat/10-179-261_01/
  9. Vom Alter her käme hierfür nur Amalie Karoline Charlotte Wilhelmine Henriette von Seebach (1802–1879) in Betracht. Ihre Helene Henriette Friederike von Seebach war um 1810 erst ca. drei Jahre alt!
  10. Es handelt sich hier höchstwahrscheinlich um Sophie Elisabeth Seidler (um 1750- um 1814/15), die die Mutter der von Goethe geförderten Malerin Louise Seidler war. Sylke Kaufmann: Seidler, Louise Caroline Sophie. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24, Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 188 f. (Digitalisat). Das bei Kaufmann angegebene Todesjahr von Sophie Elisabeth Seidler mit 1814 kann nicht stimmen, weil es von Christiane von Goethe eine Mitteilungen von 1815 gibt, denen nach sie selbst "die Seidler" gesehen hat. So Brief Christiane an Goethe aus Jena 5. oder 6. März 1815: in: Hans Gerhard Gräf (Hrsg.): Goethes Briefwechsel mit seiner Frau. Bd 2: 1807-1816, Rütten & Loening, Frankfurt a. M. 1916, S. 357. Den Erinnerungen der Louise Seidler zufolge verkehrte die Familie Seidler auch mit den Goethes auch in Jena, wo ihr Vater August Gottfried Ludwig Seidler Universitätsstallmeister war. Goethes Gespräche Biedermannsche Ausgabe, Bd. 1: Gespräche der Jahre 1747–1805, hrsg. von Wolfgang Herwig, München 1998; S. 773 f.
  11. Exemplar in der HAAB (Leipzig ca. 1810). Reichardt und Zumsteeg gehörten auch zu Schillers Freundeskreis. Mit Zumsteeg war Schiller sogar zusammen auf der Karlsschule.
  12. So zb. in einem Brief von Christiane von Goethe an ihren Mann vom 24. Mai 1810: --Seit wir wieder von Jena zurück sind, haben mich folgende Damen besucht: die Schopenhauer, welche künftigen Donnerstag nach Ronneburg geht, die Frau von Schiller, die Hofmarschallin von Egloffstein und die Frau von Seebach. in: Hans Gerhard Gräf (Hrsg.): Goethes Briefwechsel mit seiner Frau, Bd. 2: 1807-1816, Rütten & Loening, Frankfurt a. M. 1916, S. 129. Henriette von Seebach hatte gewissermaßen auch als interner Kurier zwischen Goethe und Christiane fungiert. So zu sehen in ebd. S. 48; S. 55. Weitere Erwähnungen S. 78; S. 146; S. 158.
  13. Jutta Hecker: Die Altenburg:Geschichte eines Hauses, Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar 1858 , S. 52.
  14. Meint wohl Henriette Sophie Wilhelmine von Seebach.
  15. Meint wohl Amalie Karoline Charlotte Wilhelmine Henriette von Seebach, denn ihre Schwester war zu diesem Zeitpunkt erst drei Jahre alt.
  16. Brief Charlotte von Stein an Fritz von Stein vom 22. April 1808: Goethes Gespräche Biedermannsche Ausgabe, Bd. 2: Gespräche der Jahre 1805–1817, hrsg. von Wolfgang Herwig, München 1998, S. 306.
  17. http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/goethe/wanderjahre_bunzel.pdf


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