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Rickli (Gebäck)

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Als Rickli (dial. Schlinge, Schleife oder Masche) bezeichnet man ein traditionelles Schaffhauser Süssgebäck, welches in Fett gebacken wird. Den Namen hat das Gebäck aufgrund seiner speziellen Formgebung, die einer Schleife ähnelt.

Herkunft/Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich stammen Rickli aus Schleitheim (dial. Schlaate), einer politischen Gemeinde im schweizerischen Kanton Schaffhausen. Daher ist oft von «Schlaatemer Rickli» die Rede.

Ausschnitt aus der Schweizer Karte, Schleitheim ist markiert.

Erstmals wurde das Rickli 1909 im Idiotikon, dem schweizerischen Wörterbuch, erwähnt. Dort wurde es als eine Art Kuchen aus schmalen, maschenförmig durch- und übereinandergelegten, in Butter gebackenen Teigstreifen bezeichnet. Laut dem Schweizer Volksatlas kannte man Rickli in Schaffhausen und Schleitheim kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Im Kochbuch «Schweizer Küchenspezialitäten» aus dem Jahr 1927 war erstmals von «Schleitheimer Rickli» die Rede. In anderen Orten wurde Fettgebackenes oft zur Fasnacht hergestellt, in Schleitheim gab es das Gebäck jedoch schon damals das ganze Jahr über als typisches Hochzeitsgebäck, was die grossen Mengenangaben in alten Kochbüchern erklärt. So wurden damals zum Beispiel 30 Eier, viereinhalb Kilo Mehl, eineinhalb Kilo Zucker und ein Kilo Butter zu Rickli verarbeitet.

Schon nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Rickli nicht mehr nur zu Hochzeiten hergestellt. Auch bei Familien- oder Dorfestern wie Taufen oder Konfirmationen waren Rickli häufig zu finden.  

In den 1990er Jahren kam ein neuer Brauch in Schleitheim auf. Die Konfirmanden bedanken sich für ihre Geschenke mit einem Säckchen «Schlaatemer Rickli». Da die Kunst des Ricklibackens viel Wissen, Zeit und Geduld erfordert, was nur wenige Mütter haben, übernahmen oft nur sogenannte Ricklifrauen das Backen. In jedem Dorf gab es meist eine Frau, die eine besondere Begabung für das Ricklibacken hat, welche ihr Können auch anderen zur Verfügung stellte.

Zutaten[Bearbeiten]

Rezept für 3 Portionen (40-50 Rickli)

1.5 Pk. Backpulver

250g Zucker

1 Prise Salz

Schale von einer Zitrone

200g weiche Butter

6 Eier

0.5 dl Kirsch

750g Mehl

1 Flasche Pflanzenöl (zum Frittieren)

Produktion und Zubereitung[Bearbeiten]

  1. Der Teig für die Rickli wird ein bis zwei Tage vor der Verarbeitung hergestellt. Dazu werden Zucker und Ei in einer Schüssel schaumig geschlagen und das Salz dazugegeben. Die abgeriebene Zitronenschale und der Kirsch werden untergemischt. Anschliessend wird die weiche Butter hinzugefügt. Das Mehl wird in einer separaten Schüssel mit dem Backpulver vermischt und danach zu den restlichen Zutaten gesiebt. Daraus wird ein Teig geknetet, der in eine Klarsichtfolie gepackt wird, damit er nicht austrocknet. Dieser wird für ein bis zwei Tage in den Kühlschrank gelegt.
  2. Datei:Rickli.png
    Fertige Rickli
    Am Backtag wird der Teig etwa sieben Millimeter dick ausgerollt. Danach wird er in gerade, sieben mal fünf Zentimeter grosse Stücke geschnitten. Dazu nehmen die sogenannten Ricklifrauen ein "Ricklibrett" und ein Teigrädchen zur Hilfe. Ein "Ricklibrett" ist ein Holzbrett mit Griff und einer sieben mal dreissig Zentimeter grossen Fläche. Die Teigstückchen werden der Länge nach vier mal eingeschnitten. Nun nimmt man den ersten Strang, zieht ihn unter dem zweiten Strang hindurch und legt anschliessend den Ersten wieder über den Zweiten und zieht vorsichtig, dass eine schleifenähnliche Form entsteht. Diese Schritt wiederholt man mit der anderen Seite. Zwischen den beiden Schlaufen sollte ein dominantes Mittelstück, das sogenannte "Bänkli", entstanden sein.
  3. Jetzt werden die Teigstücke frittiert. Dazu wird das Öl auf ca. 180°C erhitzt, anschliessend gibt man die Rickli in das Fett und frittiert sie, bis sie eine goldbraune Farbe annehmen. Für ein optimales Ergebnis sollte man die Rickli während des Frittierens mehrere Male wenden. Sobald die Rickli fertig gebacken sind, nimmt man sie raus und legt sie auf ein mit Küchenpapier belegtes Gitter. Die abgekühlten Rickli werden zum Schluss mit Puderzucker bestäubt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Weiss: Ofenfrisch und zuckersüss: eine "Tour de Suisse" durch die besten Backstuben und Confiserien unseres Lande Weber AG Verlag, 2011 - 303 Seiten.


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