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Amrumer Kaffeekrieg

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Steenodde, damals Stinaad, auf der Karte von 1861 (unten rechts)
Der Hafen von Steenodde, davor der Hubsand

Der Amrumer Kaffeekrieg war ein Scharmützel im Zuge der Kontinentalsperre im Anschluss an den Dritten Koalitionskrieg auf der nordfriesischen Insel Amrum um eine Schiffsladung Kaffee.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Folge seiner Niederlage in der Schlacht von Trafalgar als Teil des dritten Koaltionskrieges verfügte Napoleon Bonaparte die Kontinentalsperre: Frankreich und seine Verbündeten, darunter Dänemark, „bekriegten“ das Vereinigte Königreich fortan durch eine wirtschaftliche Blockade, woraufhin der Warenschmuggel aufblühte. Auch Nordfriesland mit der Insel Amrum, damals unter dänischer Herrschaft, geriet in die Wirren der Napoleonischen Kriege und konkret den Krieg zwischen England und Dänemark in der Zeit von 1807 bis 1814.[1]

Im Jahr 1810 strandete eine mit Kaffee beladene britische Brigg vor der Insel; Amrumer Seeleute beschlagnahmten die Ladung im Namen der dänischen Regierung[2] und lagerten sie in einem Schuppen in Steenodde.[1] Bei der Strandung und einer weiteren Strandung 1809 wurden fünf Briten gefangen genommen und auf Amrum interniert. Zweien gelang die Flucht per Boot in das damals britische Helgoland, wo sie das Versteck verrieten.[1]

Kampfhandlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. April 1810 landeten zwei oder drei[1] bewaffnete Langboote eines britischen Kreuzers mit 20, nach anderen Angaben rund 30 Mann[1] im Hafen von Steenodde, drangen gewaltsam in das Versteck ein und verluden den Kaffee auf im Hafen liegende Boote, die sie mit der Ebbe aufs Meer treiben ließen. Diese strandeten jedoch durch den niedrigen Wasserstand auf der Sandbank Hubsand, und auch die Boote der Engländer konnten bei der Rückkehr zu ihrem Kreuzer die Sandbank nicht mehr überwinden.

Auf Initiative des Seemanns Sönk Girres brachten die Amrumer daraufhin zwei Kanonen in Position und begannen mit dem Beschuss der Engländer, nachdem diese nicht bereit gewesen waren, sich kampflos zu ergeben. Zugleich näherten sich vom Hafen Wyk auf Föhr dänische Kanonenboote.[1] Nach dem zweiten Schuss aus der Kanone der Amrumer wurde auf der Sandbank die Parlamentärflagge gesetzt, und die Kampfhandlungen wurden eingestellt. Die Amrumer Seeleute brachten den Kaffee zurück an Land, nahmen die britischen Marinesoldaten in Gefangenschaft und sperrten sie in der Norddorfer Schule ein, bevor sie am nächsten Tag auf Föhr an die dänische Militärbehörde übergeben wurden.

Handschrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Amrumer Textsammlung von Johannes Ermin Jannen (1871–1950) findet sich die Schilderung der Kampfhandlungen im Amrumer Kaffeekrieg, die Jannen laut eigenen Worten aus einer „alten vergilbten Handschrift“ des Kapitäns Julius Schmidt übernommen hat.

„Da faßte ein Amrumer Seemann, namens Sönk Girres, ein früherer Comandeur auf Grönland und später Kapitän auf Kauffahrteischiffen, aus Nebel den Mut, den Engländern die Beute wieder abzunehmen. Mit einigen beherzten Männern brachte er die zwei Kanonen, die noch aus der Schwedenzeit beim Pastorat in Nebel standen, nach Stenodde. Zuvor signalisierte er an die Engländer, daß sie sich ergeben sollten. Dieselben antworteten mit Flintenschüssen in mehreren Salven und heisten die englische Kriegsflagge auf ihren Fahrzeugen. Sönk Girres gab daraufhin den Befehl, die Fahrzeuge in den Grund zu schießen. Beim zweiten Schuß wurde die englische Flagge heruntergeholt und die weiße Parlamentärflagge gesetzt, weil ihre Fahrzeuge stark beschädigt und ein Entkommen unmöglich war.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


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