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Antike Seefahrer

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Erste schriftlich belegte Entdeckungsreisen von Seefahrern in der Antike

1. Pharao Necho II. und die Phönizier. Necho II. war der zweite König der 26. Dynastie und lebte von 610 – 595 v.Chr. Er wurde im Jahr 609 v.Chr. nach dem Tod seines Vaters Psammetichos I. zum Pharao und galt als energischer und tatkräftiger Herrscher. „Sein Ziel war es, Ägypten wieder zu Macht und Ansehen zu verhelfen und den Mythos der Pharaonen in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.“[1] „Er baute Flotten für Mittelmeer und Rotes Meer und begann, einen Kanal zwischen Nil und Rotem Meer graben zu lassen.“ Da die Phönizier, Karthager und Griechen durch ihre Kolonien den Handel im Westen des Mittelmeeres beherrschten, dazu die Durchfahrt durch die Säulen des Herkules blockierten und damit die Ägypter von wichtigen Rohstoffen und der Möglichkeit des Handels ausschlossen, entwarf Necho den Plan, um Afrika herumzusegeln und auf dieser Route nach Senegambien und zu den Zinninseln zu kommen.[2] Um dieses Vorhaben durchzuführen, beauftrage Necho phönizische Seefahrer. In einer dreijährigen Reise fuhren die Phönizier dann tatsächlich im Uhrzeigersinn um Afrika herum. Insbesondere der Hinweis, die Sonne von der rechten Seite gesehen zu haben, wird heutzutage als Beweis für die Wahrhaftigkeit dieser Reise angesehen.

2. Skylax. Skylax stammte aus Karyanda in der Region Karien im heutigen Kleinasien. Er lebte im späten 6. Jh. v.Chr. und frühen 5. Jh. v.Chr., wobei er nachweislich nach 480 v.Chr. starb.[3] „Der unter dem Namen des Skylax überlieferte, vor 338 v.Chr. abgeschlossene [6.487] >Periplus des bewohnten Europa, Asien und Lybien< (GGM 1, 15-96) gilt als Kompilation u.a. aus -> Hekataios [3], -> Herodotos [1], ->Ephoros und ->Theopompos [6.6f]. Doch wurden alte Nachrichten darin nachgewiesen [2. 645f].....“ Skylax erkundete in einer 30 Monate dauernden Reise im Dienste des persischen Großkönigs Dareios die arabische Halbinsel und kam bis zur Mündung des Indus. Ziel war die Erkundung dieser Regionen als Vorbereitung eines Feldzuges zur Eroberung durch die Perser.

3. Hanno. Über die Person Hanno ist leider sehr wenig bekannt. Er war Sufet in Karthago, ein Titel vergleichbar mit der Stellung eines Königs, und lebte wohl im frühen 5. Jh. v. Chr. „Erwähnt wird Hanno‘s Fahrt seit dem 3. Jh. v.Chr.[4] (Aristot. mir. 833a 11), v.a. bei Mela (3,90; 93), Plinius (nat. 2,169; 5,8) und Arrianos (Ind. 43,11f.); dazu tritt ein kurzer Text mit dem Titel Ánnōnos Karchēdoníōn basileṓs períplus (‘Des Karthagerkönigs Hanno Umfahrt) im Cod. Palatinus graecus 398 (9. Jh.), der zu unbekannter Zeit wohl aus dem punischen Original ins Griechische übersetzt wurde. V.a. diese erstmals 1533 von S. Gelenius edierte...“. Seine Schiffsexpedition führte heraus aus dem Mittelmeer vorbei an den Säulen des Herakles und dann entlang der Westküste von Afrika. Vermutlich handelt es sich dabei um eine Reaktion auf die Bedrohung der phönizischen Handelsposten in dieser Gegend durch die Einheimischen im späten 6. Jh. v.Chr.. Dabei wurde Gades bedroht und die Faktoreien an der Westküste Afrikas gingen verloren.[5] Hanno wollte mit seiner Fahrt zum einen diese Regionen neu besiedeln und die verlorenen Handelsbeziehungen wieder aufnehmen, zum anderen mit der weiteren Erkundung der Westküste Richtung Süden weitere Handelsverbindungen aufbauen. Insgesamt stellte dies eine Westverschiebung der Aktivitäten der Phönizier/Karthager als Reaktion auf den Druck, der auf den phönizischen Handelsstätten durch die Perser in der Levante lastete, dar.

4. Himilkon. Über den karthagischen Seefahrer Himilkon ist nur sehr wenig überliefert. Es wird angenommen, dass er wohl Zeitgenosse von Hanno war und in der ersten Hälfte des 5. Jh. v.Chr lebte.[6] Sein Fahrtenbericht ist nicht erhalten. Umstritten ist, ob er überhaupt einen solchen selbst erstellt hat. Reflexe von seiner Reise sind jedoch in dem lateinischen Lehrgedicht „Ora maritima“ von Rufius Festus Avienus enthalten. Himilkon fuhr entlang der Küsten von Nord-West-Europas in die Gegend von Britannien, um Handelsbeziehungen für Zinn und Blei ausfindig zu machen. Inwieweit er offiziell, wie Hanno, im Auftrag der karthagischen Behörden reiste oder aus eigenem Antrieb unterwegs war, ist nicht bekannt.

5. Sataspes. Über die Seite seiner Mutter war Sataspes ein Neffe des Großkönigs Dareios[7] und lebte zur Zeit der Herrschaft von Xerxes I. Anfang des 5. Jh. v.Chr.[8] Überliefert ist diese Reise durch einen Eunuchen von Sataspes, welcher nach dessen Tod auf der Insel Samos lebte und Herodot[9] diese Geschichte übermittelte. Sataspes vergewaltigte eine Tochter des adligen Zopyros und sollte dafür zur Strafe gekreuzigt werden. Seine Mutter setzte sich bei Xerxes ein, um ihn freizubekommen. Er sollte zur Sühne Lybien (zu dieser Zeit die Bezeichnung für Afrika) komplett umfahren. Sataspes fuhr von Ägypten durch die Säulen des Herakles, um Afrika gegen den Uhrzeigersinn zu umschiffen. Auf Grund von Untiefen kehrte Sataspes wieder um. Bei seiner Rückkehr konnte er den Großkönig nicht von der Unmöglichkeit der Umschiffung Afrikas überzeugen, und es wurde seine ursprünglich verhängte Strafe an ihm vollzogen.

6. Pytheas von Massilia. Pytheas stammte aus der Stadt Massilia, dem heutigen Marseille, und lebt im 4. Jh. v.Chr.[10] Sein Reisebericht mit dem Titel „Über den Ozean“, welcher wohl im Jahre 322 v.Chr. erstellt wurde, ist nicht mehr erhalten, wird aber bei Autoren wie Strabo, Erasthenes und Plinius dem Älteren erwähnt. Bei seiner Entdeckerfahrt nach Norden kam Pytheas an die Küste der Bretagne sowie nach Britannien und Irland. Der von ihm erwähnte Ort Thule konnte bisher noch nicht eindeutig zugeordnet werden. Nach dem Keltensturm war der Handel, insbesondere mit Zinn und Bernstein, mit diesen Regionen zum Erliegen gekommen. Massilia, der Heimatort von Pytheas, war zu dieser Zeit das natürliche Einfallstor für Kontakte und Beziehungen mit den Kelten und weiter nördlich lebenden Völkern. Neben dem Handel war er zudem sehr an astronomischen und geographischen Erkenntnissen interessiert und beschreibt diese in seinem Bericht.

7. Nearchos und Alexander der Große. Aus Amphipolis auf Kreta stammend war Nearchos als Sohn des Androtimos bereits als Jugendlicher mit Alexander dem Großen bekannt. Später heiratete er Barsine, die Geliebte Alexanders. Er verfasste eine Periplus von der Indusmündung nach Mesopotamien. Das Werk selber ist nicht mehr erhalten, sondern nur noch über Arrianos, der es als Quelle bei seinem Werk über Indien benützte.[11] Nearchos begleitete Alexander den Großen bei seinem Asienfeldzug und wurde 326 v.Chr. erster Befehlshaber der Stromflotte auf dem Indus. Nach Erreichen des Meeres hatte er später auch das Kommando über die Flotte, welche von dort zurück nach Mesopotamien segelte. Hierbei hatte er bis zu 2000 Schiffe, davon allein 80 Dreißigruderer, unter seinem Befehl.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ritter, Thomas: Im Namen des Pharao,. in Mysteria3000 Ausgabe 1 (2002),, abgerufen im .
  2. Müller, Willi,: Die Umsegelung Afrikas durch phönizische Schiffer ums Jahr 600 v.Chr.Geb.,. Rathenow 1889, S. 44.
  3. Gärtner, Hans Armin: Art. Skylax. In: in DNP 11 (2001), Sp. 639-640.
  4. Brodersen, Kai: Art. Hanno [1]. In: in DNP 5 (1998), Sp. 155.
  5. Bosch-Gimpera, Pedro: Fragen der Chronologie der phönizischen Kolonisation in Spanien. In: in: Klio 22 (1929), S.347.
  6. Günther, Linda-Marie, Art. Himilkon [6], in DNP 5 (1998), Sp. 564.
  7. Herodot: Historien 4,43,1-2. Hrsg.: Josef Feix. München 1988.
  8. Wiesehöfer, Josef: Art. Sataspes. In: in DNP 11 (2001), Sp. 100.
  9. Hdt, 4,43,7.
  10. Stichtenoth: Pytheas von Marseille. Über das Weltmeer. In: Langosch, Karl (Hrsg.): Die Geschichtschreiber der deutschen Vorzeit. Weimar 1959, S. 9.
  11. Badian, Ernst, Art. Nearchos [2], in DNP 8 (2000), Sp. 777- 779.
  12. Lucius Flavius Arrianus, Der Alexanderzug, Indische Geschichte, verant. u. übers. v. Wirth, Gerhard, Berlin 1985, 6,2,3-4.

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