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3. Schnellbootflottille (Kriegsmarine)

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Die 3. Schnellbootflottille war ein Verband der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flottille wurde am 15. Mai 1940 in Kiel aufgestellt. Bis zum Eintreffen des ersten Flottillenchefs Kapitänleutnant Friedrich Kemnade war der damalige Oberleutnant zur See Werner Töniges mit Wahrnehmung der Geschäfte des Flottillenchefs beauftragt.[1][2]

In den Jahren von 1940 bis 1941 war sie in der Nordsee und im Ärmelkanal eingesetzt. Sie operierte hierbei nach dem Westfeldzug von Stützpunkten in Boulogne, Ostende und Rotterdam aus. Von Mai 1941 bis in den Herbst 1941 nahm die Flottille an Einsätzen gegen die sowjetische Streitkräfte in der Ostsee teil. Sie verlagerte ihre Einsatzbasen dabei immer weiter nach Osten. Zu Beginn des Deutsch-Sowjetischen Kriegs operierte sie vom ostpreußischen Pillau aus, später von Libau, Windau, Riga und Turku. Nach der weitgehenden Eroberung des Ostseeraumes durch deutsche Truppen erfolgte im November 1941 eine Verlegung der Flotte in das Mittelmeer. Die wendigen kleinen Schnellboote wurden über das mitteleuropäische Fluß-und Kanalsystem verlegt. Die Verlegung ans Mittelmeer erfolgte über den Rhein, den Rhein-Rhône-Kanal und über die Rhône. Nach dieser Verlegung erfolgten Einsätze im westlichen Mittelmeer, aber auch vor Sizilien, Kreta und Nordafrika.

Köhlers Flotten-Kalender von 1972, erschienen im Wilhelm Köhler Verlag in Minden, ist zu entnehmen:

„Ganz anders geartet war der Schnellbooteinsatz im Mittelmeer, wo die über Binnenwasserwege dorthin verlegte 3. Schnellbootflottille seit der Jahreswende 1941/42 operierte. Während der ersten Monate im neuen Einsatzraum mußten in der Hauptsache Minen nach Malta gekarrt werden. Eine anstrengende Tätigkeit, die keine sichtbaren Ergebnisse brachte, sich aber dann im Laufe der Zeit als doch sehr erfolgreich erwies. Anschließend wurden die Boote auf den britischen Geleitverkehr angesetzt. Die operative Führung lag beim Deutschen Marinekommando Italien in Rom, mitunter erfolgte die Einsatzleitung auch von einem Gefechtsstand des Kommandos an der nordafrikanischen Küste aus. Die 3. Schnellbootflottille stützte sich Ende 1942 auf den Hafen Porto Empedocle an der Südkiste Siziliens. Der vorher benutzte Stützpunkt Augusta war für die 7. Schnellbootflottille vorgesehen, die ebenfalls ins Mittelmeer verlegte.“

Köhlers Flotten-Kalender. Wilhelm Köhler, Minden 1972, S.73.

Am 9. Juli 1943 wurde das Kommando über die Flottille im Einsatz an Kapitänleutnant Albert Müller, zuvor als Oberleutnant zur See „Ältester Kommandant“ (ÄK), übertragen. Vom 16. Juli 1943 bis zur Wiederübernahme des Kommandos durch Müller am 1. September 1944 wurde der Verband durch Fregattenkapitän Herbert Max Schultz (1908–1997), einem früheren Kapitän des Torpedobootes Albatros, befehligt.[3]

Ab November 1943 wurde die Flottille in der Adria und Ägäis eingesetzt. Einsatzhäfen waren Venedig, Pola, Zara, Sibenic, Split, Dubrovnik, Cattaro, Patras und Piräus. Gemeinsam mit der 29. Ubootflottille wurde das Areal der Seearsenal Pola genutzt.[4]

Am 13. Oktober 1944 wurde das Kommando an Kapitänleutnant Günther Schulz übergeben.[5] 1945 nach der Kapitulation durch Generaloberst von Arnim am Nachmittag des 12. Mai 1945 in Tunesien ging die 3. Schnellbootflottille zusammen mit 150.000 deutschen und 120.00o italienischen Soldaten in alliierte Kriegsgefangenschaft. Die Boote wurden am 3. Mai 1945 im Hafen von Ancona nach der Überführung aus Pola an den bisherigen Feind ausgeliefert. Kemnade schrieb in seinem 1978 veröffentlichen Buch Die Afrika-Flotille: „Am 15. Mai 1945 wäre die Flottille 5 Jahre alt geworden.“[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kriegstagebuch 3. Schnellbootflottille. 1.12.1944 – 31.1.1945. (BA/MA RM 59/30)[7]
  • Kriegstagebuch der 3. Gruppe der 3. Schnellbootflottille. 26.10.44 – 15.2.45.[7]
  • Walter Lohmann / Hans H. Hildebrand: : Die Deutsche Kriegsmarine 1939–1945, Bd. I–IV; Podzun-Verlag.
  • Friedrich Kemnade: Die Afrika-Flotille. Chronik und Bilanz. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1978.
  • Die 3. Schnellbootflottille, der Traditionsverband des 3. Schnellbootgeschwaders und Die Einsätze der 3. Schnellbootflottille im Zweiten Weltkrieg. In: Hendrik Killi: Die Schnellboote der Bundesmarine. E. S. Mittler & Sohn, 1997. ISBN 978-3-813-20528-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Kemnade: Die Afrika-Flotille. Chronik und Bilanz. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1978, S. 16.
  2. Franz Kurowski: Korvettenkapitän Werner Töniges. Der erste Eichenlaubträger der Schnellbootwaffe. Flechsig Verlag, Würzburg 2007, ISBN 978-3-881-89737-2
  3. Friedrich Kemnade: Die Afrika-Flotille. Chronik und Bilanz. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1978, S. 421, 459, 516–517.
  4. Operationszone Adriatisches Küstenland (OAK). In: Wilhelm M. Donko: Pola. Ein historischer Reiseführer durch den ehemaligen Hauptkriegshafen von Österreich-Ungarn in Istrien (Kroatien). epubli, 2015, S. 96. ISBN 978-3-737-52418-6
  5. Friedrich Kemnade: Die Afrika-Flotille. Chronik und Bilanz. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1978, S. 459, 585, 517.
  6. Friedrich Kemnade: Die Afrika-Flotille. Chronik und Bilanz. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1978, S. 402, 491, 495–496.
  7. 7,0 7,1 Gerhard Hümmelchen: Die Deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg. E. S. Mittler & Sohn, 1996. ISBN 978-3-813-20487-2, S. 226.


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