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Messerattacke in Reutlingen am 24. Juli 2016

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Messerattacke in Reutlingen am 24. Juli 2016
Ort Karlstraße, Reutlingen
Datum 24. Juli 2016, ca. 16:30 Uhr (CEST)
Typ Messerattacke
Tote 1
Verletzte 6 (inkl. Täter)
Täter Mohamad H.
Messerattacke in Reutlingen am 24. Juli 2016 (Deutschland)
Messerattacke in Reutlingen am 24. Juli 2016 (Deutschland)
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Reutlingen
Geografische Lage Reutlingens in Deutschland

Bei der Messerattacke in Reutlingen am 24. Juli 2016 stach der 21-jährige Asylbewerber Mohamad H. in der Nähe des Zentralen Omnibusbahnhofs Reutlingen (ZOB) auf Passanten und Mitarbeiter eines Döner Imbisses ein. Er tötete dabei eine 45-jährige, schwangere Frau und verletzte fünf weitere Personen.[1] Am 7. April 2017 wurde H. wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu lebenslanger Haft verurteilt, wobei die besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde.[2]

Tathergang[Bearbeiten]

Kurz vor 16:30 Uhr gerieten ein Mann und eine Frau in der Nähe des Zentralen Omnibusbahnhofs in einen heftigen Streit, bevor der Mann die Frau mit einem Dönermesser tödlich verletzte. Das Dönermesser hatte er von einem Döner Imbisses entwendet, in dem er und die Frau arbeiteten.[3] Am Federnseeplatz schlug der Täter die Scheiben eines roten Citroën ein und verletzte eine 51-jährige Insassin, ein 41-jähriger Insasse erlitt einen Schock. Beide mussten stationär aufgenommen werden. Anschließend betrat der Täter eine Gaststätte in der naheliegenden Eberhardstraße und verletzte einen 23-jährigen Mann im Gesicht. Auch er musste stationär behandelt werden. Danach ging der Täter zu einem weiteren Döner Imbiss und beschädigte mehrere Holztische. Im Anschluss wollte der Täter über die vierspurige Karlstraße flüchten, wobei er von einem weißen BMW angefahren und schwerstverletzt wurde. Die Polizei konnte den verletzten Täten dort festnehmen.[4][5]

In der Wilhelmstraße verletzten sich auf der Flucht vor dem Täter zwei Frauen im Alter von 54 und 21 Jahren. Beide mussten stationär aufgenommen werden.[4]

Bei der Tatwaffe handelte es sich nicht wie zunächst verbreitet um eine Machete, sondern um ein 60 Zentimeter langes Dönermesser aus dem Imbissladen.[1]

Opfer[Bearbeiten]

Bei dem Todesopfer handelte es sich um eine 45 Jahre alte Frau polnischer Herkunft mit dem Namen Jolanta K.[6], welche in demselben Imbiss wie der Täter arbeitete. Die Frau stand in einem engen Verhältnis zum Täter Mohamad H. Diese hatten sich bei der Arbeit kennengelernt, wie ein Bekannter des Täters berichtete. Die Frau war im vierten Monat schwanger.[7]

Zu den verletzten Passanten gehörten die 51-jährige Fahrerin des Citroën, die Schnittwunden am Unterarm davontrug, und ihr 41-jähriger Beifahrer, der einen Schock erlitt. Ein 23-jähriger Mann mit Verletzungen im Gesicht musste ebenfalls stationär behandelt werden. Auf der Flucht vor dem Täter zog sich eine 54-Jährige eine Platzwunde am Kopf zu, eine 21-jährige Frau erlitt einen Schock.[4]

Täter[Bearbeiten]

Der Täter Mohamad H. ist ein syrischer Asylbewerber, der im Juni 2015 allein aus Aleppo gekommen ist.[1][7] H. war wegen verschiedener Delikte, unter anderem wegen Körperverletzung, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Eigentumsdelikten, polizeibekannt.[4] Auch in seinem privaten Umfeld war Mohamad H. für seine aggressive und gewalttätige Art bekannt. Deshalb hatte er in einer seiner Flüchtlingsunterkünfte Hausverbot. Der 21-jährige Täter konsumierte regelmäßig Drogen, unter anderem Marihuana und Alkohol. Außerdem gab sein Zimmernachbar in der Flüchtlingsunterkunft an, H. habe sich mit einer Rasierklinge selbst geritzt. In dem Imbiss, in dem der Täter im Service arbeitete, hatte Mohamad H. einen guten Eindruck gemacht.[7]

Der während der Tat durch einen PKW verletzte Mohamad H. musste intensivmedizinisch betreut werden. Es war vernehmungsunfähig und wurde von der Polizei bewacht.[4]

Ermittlungen[Bearbeiten]

Aufgrund des engen Verhältnisses zwischen Täter und Todesopfer geht die Polizei in Reutlingen von einer Beziehungstat aus.[4][8] Daher sei die Tat auch kein geplanter Anschlag gewesen.[8]

Die Polizei sprach schon in den ersten Pressemitteilungen von einem Einzeltäter und gab an, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht.[4]

Auch gegen den 21-jährigen BMW-Fahrer, der den Täter auf der Flucht angefahren hatte, liefen wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr Ermittlungen, diese wurden aber eingestellt.[8]

Prozess und Verurteilung[Bearbeiten]

Am 24. Januar 2017 begann der Prozess gegen den 21-jährigen Tatverdächtigen vor dem Landgericht Tübingen. Mohamad H. war wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt.[1]

Zum Prozessauftakt ging es zunächst um das Alter des Tatverdächtigen. H. selbst gab an, am 16. November 1995 geboren worden zu sein. In den vor Gericht verlesenen Urkunden stand jedoch der 1. Januar 1995 als Geburtsdatum eingetragen. Die Mutter des Tatverdächtigen gab den 16. November 1994 als Geburtsdatum an, welcher danach offiziell am 1. Januar 1995 registriert worden sei. Die Debatte um das Alter des Angeklagten war wichtig, da davon abhing, ob der Fall weiter vor dem Schwurgericht oder vor der Jugendkammer verhandelt wurde. Man entschied sich, den Fall nicht an die Jugendkammer abzugeben und vor dem Schwurgericht weiter zu verhandeln.[1][6]

Am 7. April 2017 wurde Mohamad H. in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt.[9] Zudem wurde eine besondere Schwere der Schuld festgestellt.[2] Der Richter hielt den Angeklagten für uneingeschränkt schuldfähig und nahm keine Affekthandlung an. Als Motiv gab der Angeklagte Eifersucht an.[9]

Rezeption[Bearbeiten]

Die Tat wurde auch international breit rezipiert, insbesondere in Polen, da das Opfer polnischer Nationalität ist. In den polnischen Medien wurde der Fall vielfach mit der Sorge über die Einwanderungspolitik in Deutschland verbunden. [10] [11] [12] [13] [14] [15]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Messerattacke auf Freundin: Prozess gegen mutmaßlichen Mörder von Reutlingen begonnen. In: Spiegel Online. 24. Januar 2017 (spiegel.de [abgerufen am 7. November 2018]).
  2. 2,0 2,1 Der Angeklagte im Dönermesser-Prozess am Landgericht ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In: Schwäbisches Tagblatt online. (tagblatt.de [abgerufen am 7. November 2018]).
  3. POL-RT: Frau von Mann getötet - Täter festgenommen. In: presseportal.de. (presseportal.de [abgerufen am 7. November 2018]).
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 POL-RT: Frau von Mann getötet - Täter festgenommenGemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Tübingenund des Polizeipräsidiums Reutlingen. In: presseportal.de. (presseportal.de [abgerufen am 7. November 2018]).
  5. Messerattacke auf Freundin: Prozess gegen mutmaßlichen Mörder von Reutlingen begonnen. In: Spiegel Online. 24. Januar 2017 (spiegel.de [abgerufen am 7. November 2018]).
  6. 6,0 6,1 Hannelore Crolly: „Dönermesser-Mord“: Vor Gericht plötzlich ein halbes Jahr jünger. In: DIE WELT. 24. Januar 2017 (welt.de [abgerufen am 7. November 2018]).
  7. 7,0 7,1 7,2 Stuttgarter Zeitung, Stuttgart, Germany: Messerangriff in Reutlingen: Bluttat auf offener Straße. In: stuttgarter-zeitung.de. (stuttgarter-zeitung.de [abgerufen am 7. November 2018]).
  8. 8,0 8,1 8,2 Till Erdtracht/Ulrich Möller-Arnsberg, Bayerischer Rundfunk: Messer-Attacke in Reutlingen: Mörder tötete deutlich ältere Freundin | BR.de. 25. Juli 2016 (br.de [abgerufen am 7. November 2018]).
  9. 9,0 9,1 Der Angeklagte im Dönermesser-Prozess am Landgericht ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In: Schwäbisches Tagblatt online. (tagblatt.de [abgerufen am 7. November 2018]).
  10. The Guardian
  11. Telegraph
  12. BBC
  13. TVN24
  14. Frankfurter Allgemeine
  15. ABC


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