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Zimmermann Schweiz

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Das Zimmerhandwerk[Bearbeiten]

Die Zimmerleute üben eines der ältesten Handwerke aus. Holz wurde bereits in der Urzeit bearbeitet. Schon damals wusste man die guten Eigenschaften und das leichte Bearbeiten von Holz mit Steinmessern oder Steinbeilen zu schätzen und zu nutzen. So wurden Schäfte von Jagdwaffen und Werkzeugen aus Holz gefertigt. Auch einfache Einrichtungen und Bauten wie Unterschlupfe oder das Verschliessen des Höhleneingangs waren mit Holz einfach zu bewerkstelligen.

Naturgegebene Formen wie Astgabeln wurden als erste Holzverbindungen genutzt oder die Hölzer wurden mit Sehnen und Seilen verbunden. Im Lauf der Jahrtausende wurde das Handwerk verfeinert, die Bearbeitungsmöglichkeiten wurden verbessert und die Holzverbindungen weiterentwickelt.

Auch heute noch erstellen sie Verbindungen, die bereits die Menschen in der Urzeit anwandten. Zudem benutzen die Zimmerer immer noch ähnliche Arten von Werkzeugen. Dies hat nichts damit zu tun, dass sich das Zimmerhandwerk nicht entwickelt hat, sondern zeigt, dass sich diese Verbindungen und Werkzeuge über Jahrtausende bewährt haben.

Das Erstellen von Häusern und Einrichtungen erfolgte haushandwerklich durch die Familie oder die Sippe. Aufgrund des hohen Anspruchs an das Handwerk und der spezialisierten Arbeiten bildete sich der Beruf Zimmermann. Bereits im 2. Buch Samuel (Bibel) wird von Steinmetzen und Zimmerleuten gesprochen. In der Blütezeit Roms nannte man den Zimmermann Carpentarius (auf Englisch «carpenter») oder Tignarius.

In der Bronzezeit wurden die Werkzeuge, vorwiegend Äxte, stark weiterentwickelt und die Qualität erhöht. Von ca. 2000 v. Chr. bis 1000 n. Chr. ist aus archäologischen Funden eine schnell fortschreitende Entwicklung von Hausbau und Holzbautechnik nachzuweisen.

Neben den Schmieden und Steinmetzen gehören die Zimmerleute wohl zu den ersten Handwerkern. Ausgenommen die Erstellung von Haushaltsgerätschaften führten die Zimmerleute jegliche Art von Holzarbeiten aus. Im 13. Jahrhundert begannen sich die Tätigkeiten der Zimmerleute stark zu spezialisieren. Dies hatte zur Folge, dass sich einzelne Spezialhandwerker abspalteten. In erster Linie entstanden die Berufe Wagner oder Stellmacher, Holzbildhauer und Kistler, aus denen sich später die Bau- und Möbelschreiner entwickelten.

Die frühesten Hinweise zu Lehrlingen findet man in den Zunftordnungen des späten 12. und frühen 13. Jahrhunderts. Die Zulassungsbedingungen waren sehr streng, da die Zunft darauf achtete, dass es nicht zu viele Gesellen und Meister in einem Gewerke gab (Absicherung, dass jeder genügend Arbeit fand). Der Beruf der Zimmerleute war angesehen und hatte einen hohen Stellenwert, da sie für das Entwerfen von Gebäuden, für die Berechnung und Definition der Stabilität und Standfestigkeit des Gebäudes zuständig waren sowie auch für das äussere Bild / die Gestaltung. Die Gestaltung (Architektur) von Städten und Dörfern lag damals mehrheitlich in den Händen der Zimmerleute und Steinmetzen.

Der Begriff «Architekt» kommt aus dem griechischen «architekton», was so viel bedeutet wie «Oberzimmermann».

Quelle: Das Werkzeug des Zimmermanns [1]

Zimmerer/ Zimmermann / Zimmerin heute[Bearbeiten]

Die Zimmer­leute haben etliche Verordnungen die sich nicht nur nur auf ihre Arbeit beschränken, sie regeln auch ihr Verhalten gegenüber ihrer Familie. Eigenschaften, die noch heute für Zimmerleute massgebend sind.

Zimmerleute sind:

  1. Gute Handwerksleute. Sie lieben ihr Handwerk und bemühen sich um ein gutes und genaues Arbeiten. Ihr Verhalten bleibt einfach und bescheiden.
  2. Teamplayer, sie kennen ihren Platz im Team und arbeiten zu dessen Wohl. Sie bringen ihre besten Fähigkeiten ins Team ein.
  3. 3. Gute Kameraden, sie sind hilfsbereit und kümmern sich um das Wohl ihrer Mitkameraden.
  4. 4. Redliche Menschen, die bemüht sind, das Richtige zu tun und zu ­sagen.
  5. 5. Loyale Mitmenschen, sie verhalten sich dem Meister und ihren Familien gegenüber respektvoll und geben ihr Bestes zum Wohle der Familien und der Arbeitsstelle.
  6. 6. Anständige Arbeitsleute, sie halten sich an die Anstandsregeln gegenüber dem Team und der Kundschaft.

Holzbau heute[Bearbeiten]

Der moderne Holzbau kommt mittlerweile nicht mehr ohne CAD aus. Die neuen Möglichkeiten, die mit dem Baustoff Holz realisiert werden können, und die wachsenden gestalterischen Ansprüche von Architekten und Bauherren sorgen für mehr Planungsaufwand, der ohne Computerunterstützung kaum mehr zu bewältigen ist. Holzbauspezifische CAD-Programme vereinfachen den Planern wie Ingenieuren, Zimmerleuten, Holzbauern oder Fertighausherstellern die Arbeit deutlich. Sowohl auf der Baustelle bei handwerklich gezimmerten Dach-, Wand- oder Deckenkonstruktionen als auch im Zimmereibetrieb oder in der Fabrik bei vorfabrizierten Ingenieurholzbau-Konstruktionen rationalisiert Holzbau-CAD schon seit Jahrzehnten die Planung und Produktion. Zu den Anwendern zählen grosse Holzbauunternehmen, aber auch kleine Zimmereien, Fertighaushersteller, Abbund-Zentren, Planungs- und Ingenieurbüros. Holzbau-CAD unterstützt Planer und Ausführende beim Entwurf der Dachform (Dachausmittlung), bei der Konstruktion der Tragstruktur, bei der Erstellung von Holzlisten und Kalkulationen, bei der Vorbereitung von Angeboten bis zum Abbund, respektive der computergestützten Fertigung.

Feste und Gebräuche[Bearbeiten]

Aufrichtfest oder Richtfest[Bearbeiten]

Der Begriff gründet auf dem «Aufrichten». Dies ist die Bezeichnung für das Erstellen des Rohbaus bis zur Fertigstellung des Dachwerks. Traditionell wurde das Richtfest gefeiert, sobald der letzte Sparren aufgerichtet worden war. Heute werden die Feste oft erst kurz vor oder nach Fertigstellung des Bauwerks gefeiert. Die Herkunft der Bräuche am Richtfest lässt sich nicht vollständig nachvollziehen. In vielen Gebieten der Schweiz wird das Fest «Aufrichte» genannt. Speis und Trank an diesem Fest galt als fester Bestandteil der Entlohnung der Handwerksleute. Nicht überall wurde dies gleich gehandhabt.

Ablauf des Richtfestes:

  • Der jüngste Lernende holt den Richtbaum aus dem Wald.
  • Der Baum wird geschmückt und am höchstmöglichen Dachpunkt befestigt.
  • Traditionell hält der Zimmermeister oder Polier den Richtspruch und prostet mit Wein oder Schnaps auf die Bauherrschaft und den Architekten an. Als Abschluss des Richtspruchs wird das Glas auf den Baugrund geworfen, um diesen zu segnen. (Das Glas soll am Boden zerspringen und somit Glück bringen.)
  • Die Bauherrschaft schlägt den letzten Nagel ein. Oft klopfen die Gesellen mit Äxten auf die Äste, um der Bauherrschaft zu gratulieren. Oder sie tragen diese auf einem Sparren dreimal um das Haus.
  • Anschliessend wird gefeiert, gegessen, getrunken, Lieder gesungen und der Zimmermannsklatsch vorgeführt.

Richtbaum und die Bedeutung[Bearbeiten]

Zu einer traditionellen Aufrichte gehörte ein Dachschmuck (Richtbaum, Richtkranz oder Richtkrone). Ebenfalls war es Brauch, dass der Bauherr oder die Bauherrin den letzten Nagel einschlug. (Hierzu gab es die unterschiedlichsten Varianten; meistens spielten die Gesellen der Bauherrschaft dabei einen Streich.) Immer gehörte ein Richtspruch und meistens auch ein Lied oder eine Klatschabfolge dazu.

Seit Urzeiten war der Mensch abhängig von Bäumen. Sie dienen als Schutz, als Nahrungslieferanten, als Brennstoff- oder als Rohstofflieferanten für Bauwerke. Vorwiegend in keltischen Kulturen wurden Bäume verehrt. Sie galten als Symbol für Lebenskraft und Fruchtbarkeit. Man glaubte, dass im Wald und in den Bäumen gute und böse Geister lebten. Den Rohbau mit einem Baumwipfel am höchsten Punkt zu schmücken, galt als aufrichtiger Dank an den Wald für das gelieferte Holz. Die guten Geister sollten so weiterbelebt und die bösen Geister besänftigt werden.

Die Bänder am Richtbaum haben ihren Ursprung in den Tüchern, die die Zimmerleute auf der Wanderschaft benutzen, um ihr Hab und Gut in ­einem Bündel zu verschnüren. Die Zimmerleute banden ihre Tücher an den Richtbaum, in der Hoffnung, dass die Bauherrschaft ihnen Verpflegung auf die weitere Wanderschaft hineinlegte.


Richtsprüche

Im frühen Mittelalter, mit dem Aufkommen der Zünfte sind die ersten Richtsprüche entstanden, und mit der Zeit ein fester zünftiger Brauch geworden. Zum Richtfest lädt der Bauherr ein, zu den Gästen und Teilnehmern gehören: Bauleute, die bislang am Bau tätig waren, Meister, Gesellen, Lehrlinge und Helfer, Architekt und Bauleiter sowie der Bauherr mit Angehörigen.


Zwei Richtsprüche als Beispiel dazu:


Kurz und bündig

Wir wollen gratulieren, gerichtet ist das Haus,

hat Fenster und hat Türen und sieht gar stattlich aus.

Der Maurer hats gemauert, der Zimmerer überdacht;

doch dass es hält und dauert, das steht in Gottes Macht.

Schützt auch das Dach vor Regen, die Mauer vor dem Wind,

so ist doch allerwegen an Gott allein gelegen,

ob wir geborgen sind.

Quelle Udo Herkenroth


Mit Gunst und Verlaub!

Die Feierstunde hat geschlagen,

es ruhet die geübte Hand.

Nach harten, arbeitsreichen Tagen

grüsst stolz der Richtbaum nun ins Land.

Und stolz und froh ist jeder heute,

der tüchtig mit am Werk gebaut.

Es waren wack’re Handwerksleute,

die fest auf ihre Kunst vertraut.

Drum wünsche ich, so gut ich’s kann,

so kräftig wie ein Zimmermann,

mit stolz emporgehobnem Blick

dem neuen Hause recht viel Glück.

Wir bitten Gott, der in Gefahren

uns allezeit so treu bewahrt,

er mög’ das Bauwerk hier bewahren

vor Not und Schaden aller Art.

Quelle Unbekannt


Zimmerleute-Ehrenlied

Zimmerleut sind brave Leu, die man braucht zu aller Zeit: Keiser, Fürsten, Grafen. Können sie ja nicht entraten.

In dem deutsch und welschen Land, ist das Handwerk wohl bekannt. Manchen Bau tun wir ausführen. Unser Handwerk tut florieren.

Gehen wir in grünen Wald, hauen Bäume jung und alt, messens ab, wie es der Brauch, schlagen dann die Schnur darauf.

Haut brav drauf der Zimmermann, mit Fallbeil was er kann, mit Breitbeil auf mit Fleiss. Dass Zollmasse gleicherweis.

Das Bauholz ist oftmals schwer, Heisst es: Bringt Wendhaken her, mit Klemmhaken langt er an. Ist ein braver Zimmermann.

Weiht der Bauherr das Holz ein, mit einer guten Flasche Wein, sind wir Zimmerleut bedacht, zimmern drauf bei Tag und Nacht. Bund- und

Zwergaxt zum Geschirr, mit der Säge schneiden wir, dass man sagt zu dieser Zeit: «Redlich sind die Zimmerleut.»

Mit dem Rötel macht ein Zeichen, braucht den Meter auch desgleichen. Manches Schloss, ja manche Stadt, hat der Zimmermann gemacht.

Zimmerleut tun viel ausstehen: Müssen schier vor Hitz vergehen, muss allzeit geduldig sein, fällt oft Kalt und Regen ein.

Ach was wollt man fangen an, wenn nicht war der Zimmermann! Müsste mancher bald erfrieren: Zimmerleut den Bau ausführen.

Ich find ihresgleichen nicht, Zimmerleut verachte nicht! Wenn ein mancher steig so hoch, wird er zittern mit dem Loch.

Zimmerleut, die soll man ehren, wie die Schrift dich solchs tut lehren: Unser Bruder Jesus Christ Josephs Sohn gewesen ist.

Ich wünsch Euch alles zum Beschluss, Euren Feinden zum Verdruss, Glück und Segen auf der Welt. Und hernach das Himmelszelt.

Quelle: Zünftige Lieder, Gerhard Becht[2]

Aufgeschaut

Lied zum Zimmermannsklatsch

1. Frühmorgens um halb sechse stehn wir auf und steigen aufs Gerüst hinauf. Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut! Holz her! Darum aufgeschaut, (hoi!) fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut! Holz her!

2. Fällt einer vom Gerüst herab, so findet er sein frühes Grab. Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut! Holz her! Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut! Holz her!

3. Sechs Zimmerleute tragen ihn zur Ruh und decken ihn mit Sägmehl zu. Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut! Holz her! Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut! Holz her!

4. Sechs Kinder laufen hinterm Sarge her, sie haben keinen Vater mehr. Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut! Holz her! Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut, und auf seinen Kamerad vertraut! Holz her!

Die Wanderschaft[Bearbeiten]

Die Wanderschaft wird von den Zünften (in Deutschland Schächte genannt) organisiert. Aber es gibt auch die Freireisenden, die in traditioneller Kleidung, aber ohne Eide oder Verpflichtungen gegenüber einem Schacht wandern. Erst seit den Achtzigerjahren sind auch Frauen in einzelnen jüngeren Schächten zur Wanderschaft zugelassen.

Um überhaupt auf Wanderschaft gehen zu können, müssen folgende ­Voraussetzungen erfüllt werden:

1. Gesellenbrief (in der Schweiz Fähigkeitszeugnis)

2. Ledig

3. Kinderlos

4. Schuldenfrei

5. Unter 30 Jahre alt

Regeln während der Wanderschaft:

1. Bannkreis (50 km Radius um den Heimatort). Ist aber von Schacht zu Schacht unterschiedlich.

2. Maximale Aufenthaltsdauer je nach Schacht rund 3 bis 3½ Monate.

3. Immer Schuldenfrei abreisen.

4. Immer einen guten Ruf hinterlassen.

5. An Gesellentreffen teilnehmen. Anzahl und Intervall von Schacht zu Schacht verschieden.

6. Es gibt Regeln, die mehr als Richtlinien gedacht sind. Sie sind zünftig, das heisst, es ist nicht verboten oder befohlen, sondern ehrbar und löblich. Z. B. sollte kein Geld für das Reisen ausgegeben werden. Wandernde Zimmerleute sollten nicht den Anschein erwecken, dass sie überschüssiges Geld für die Reise besitzen.

7. Kein Mobiltelefon und kein Facebook.

8. Schachtinterne Sonderregeln. Nicht alle Schächte sind gleich streng.

Für allgemeine Infos:

Link: www.tippelei.de

Link: http://www.youtube.com/watch?v=4kBBsZRnEEA

Buch: Mit Gunst und Verlaub! von Anne Bohnenkamp[3]

Kleidung und Tracht[Bearbeiten]

Die Tracht der Zimmerleute, wie wir sie heute kennen, hat sich erst im 19. Jahrhundert entwickelt. Die wichtigsten Merkmale der Kleider:

  • Allgemein sollen naturbelassene Materialien angezogen werden.
  • Man soll gepflegt aussehen, aber nicht wohlhabend.
  • (Deshalb sind bei wandernden Zimmerleuten auch keine Armband­uhren erlaubt oder anderer als der traditionelle Schmuck.)
  • Dunkle lederne Schuhe.
  • Schwarze lange Hose (meist mit Schlag, damit die Späne nicht in die Schuhe geraten).
  • Dunkler Gürtel aus Leder.
  • Staude (kragenloses weisses Hemd).
  • In dem obersten Knopf der Staude ist die Ehrbarkeit befestigt (Schlips und Handwerksnadel).
  • Weste mit sechs Knöpfen (Symbol für die 6 Arbeitstage), diese sollten aus Perlmutt sein.
  • Jackett (Jacke) schwarz mit drei Ärmelknöpfen und drei Mantelknöpfe (diese stehen für die drei Wanderjahre).
  • Hut (Krempe mind. 5 cm) schwarz, aus Filz, mit Hutband.
  • Stenz (gedrehter Stock).
  • Charlottenburger (Charly), dies ist der Name für das ganze Gepäcksbündel. Es besteht aus dem Steg und den darum geschnürten, in Tüchern verpackten Gepäckstücken. In der Schweiz ist dies eher durch die deutsche Tradition beeinflusst worden. Auch sieht man in der Schweiz selten die traditionellen Kleider. Oftmals werden die Hosen, wegen des robusten Stoffs, noch angezogen.Im Berufsalltag bestimmt oft der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin, in welchen Kleidern gearbeitet wird. Eine einheitliche Kleidung gilt als Erkennungszeichen und dient dem Werbeeffekt einer Firma.

So, wie die traditionelle Kleidung den ganzen Zimmereiberuf repräsentiert, so repräsentiert die heutige Funktionskleidung den jeweiligen Betrieb.

Verbandsgeschichte[Bearbeiten]

Die ersten Organisationen der Zimmerleute waren die Zünfte. Nach der Französischen Revolution verloren die Zünfte allerdings ihre politische Macht.

Im Zuge der Industrialisierung traten dann die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vermehrt den Gewerkschaften bei. Die Forderung nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen führten bald zu sozialen Spannungen, die in heftigen Streiks und Aussperrungen gipfelten. Diese sozialen Spannungen zwangen die Zimmereien, sich zu organisieren.

Nachdem bereits einige regionale Verbände gegründet worden waren, schlossen sich diese am 16. Oktober 1906 zum Schweizerischen Zimmermeisterverband zusammen (deutschsprachiger Teil der Schweiz ). Nach dem gleichen Prinzip gründeten die welschen Zimmereien im Jahr 1917 den FRM (FRM = Fédération suisse romande des entreprises de menuiserie, ébénisterie et charpenterie). Um die Position in der Wirtschaft zu stärken, prüfte man einen Anschluss an den Schweizerischen Schreinermeisterverband oder an den Schweizerischen Baumeisterverband. Schliesslich entschied man sich für den Baumeisterverband, was aber nicht allen Sektionen behagte.

Schon bald wurde neben dem politischen Engagement in die Ausbildung investiert. 1935 wurden die ersten Meisterprüfungen durchgeführt, 40 Jahre später die ersten Polierprüfungen. Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre wurden die ersten Lehrmittel wie das Kalkulationsbuch, das Fachzeichnen und das Fachrechnen herausgegeben.

1999 wurde der Verband total neu definiert. Moderne Statuten, neues Leitbild und neuer Name «Holzbau Schweiz» dokumentieren diesen Meilenstein. Im Rahmen dieser Neuausrichtung wurde am 31. März 2003 auch die Anbindung an den Baumeisterverband beendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heine, Günther., Gerner, Manfred.: Das Werkzeug des Zimmermanns. Th. Schäfer, Hannover 1986, ISBN 3-88746-070-7 (ZVAB [abgerufen am 21. August 2020]).
  2. Becht, Gerhard: Zünftige Lieder für Leute vom Bau. 3. Aufl. Karlsruhe, ISBN 978-3-87104-083-2 (worldcat [abgerufen am 21. August 2020]).
  3. Anne Bohnenkamp, Wallstein-Verlag: Mit Gunst und Verlaub! : Wandernde Handwerker: Tradition und Alternative. Erweiterte Neuausgabe Auflage. Göttingen, ISBN 3-8353-3725-4 (Worldcat [abgerufen am 21. August 2020]).


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