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Agnisara

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Agnisāra (Sanskrit, n., अग्निसार, agni "Feuer"[1], sāra "Kraft/Essenz"[2]), auch Agni Sara oder synonym vahnisāra (vahni "Feuer"[3]) ist eine Reinigungstechnik des Hatha-Yoga und zählt zu den dhautī.

Sie wird im klassischen Haṭha-Yogatext Gheraṇḍa Saṃhitā (GS) im Abschnitt über die Shatkarman (ṣaṭ "sechs"[4], karman "Handlung"[5]) bzw. Shatkriya (kriyā "Handlung/Tat"[6], erwähnt und erläutert, GS Kapitel 1, Vers 20. Mit agnisāra soll unter anderem das Verdauungs"feuer" angeregt werden. Laut Gheraṇḍa Saṃhitā kann man sich damit von Bauchbeschwerden befreien.

Beschreibung[Bearbeiten]

In der Gheraṇḍa Saṃhitā Kapitel 1,20 heißt es man solle "den Nabelknoten hundertmal an die Rückseite des Meru" versetzen. Gemeint ist ein mehrmaliges kräftiges Anspannen der Bauchmuskulatur, während man in ausgeatmeten Zustand den Atem anhält (mit "leerer" Lunge). Im Gegensatz zur Praxis von uḍḍīyānabandha wird hierbei kein Unterdruck erzeugt. Neben der Bauchmuskulatur ist das Zwerchfell bei dieser Technik aktiv. Denn nach dem kräftigen Anspannen der Bauchmuskulatur folgt das kraftvolle nach vorn Schieben der Bauchdecke - eben durch eine schnelle Zwerchfellanspannung.

Je nach Yogatradition wird diese rhythmische Bewegung im Sekundentakt oder schneller ausgeführt. Abwechselnd wird die Bauchdecke nach innen-hinten gezogen (mittels Bauchmuskulatur - das Zwerchfell entspannt sich) und nach vorn geschoben (mittels Zwerchfell). In einigen Yogatraditionen wird beim nach vorn Bewegen der Bauchdecke die Bauchmuskulatur völlig entspannt. In anderen Traditionen bleibt die Bauchmuskulatur fest und gibt nur so viel nach, dass das Zwerchfell die Bauchdecke nach vorn bewegen kann. Normalerweise wird agnisāra im Stehen praktiziert, die Arme stützen auf den Oberschenkeln den leicht nach vorn geneigten Oberkörper.

Im Wegweiser zur Quelle[7]sind Stand und Sitz als Ausgangspositionen angegeben. Es soll nach vollständiger Ausatmung die Kehle verschlossen werden und der Bauch in rascher Folge hereingedrückt und wieder herausgestülpt werden. Nach mehrmaliger Ausführung dieser Bewegungen wird die Übung durch die Einatmung beendet und nach einer kurzen Pause kann agnisāra noch einmal wiederholt werden (S. 390). Auf Seite 419 wird auf die Tatsache eingegangen, dass in der Gheraṇḍa Saṃhitā nur die hundertmalige Bewegung gegen die Wirbelsäule angegeben wird: Sowohl die tiefe Ausatmung als auch das Atemanhalten und das Vorstrecken der Bauchdecke sind Anleitungen der Übung, die neueren Datums sind.

"Hundertmal" meint viele Male - so oft wie es ohne Stress während einer Atempause mit "leerer" Lunge geht (ganz leer ist die Lunge nie). Die oft entstehende Wärmeempfindung ist eine der deutlicheren Erfahrungen des Wirkspektrums dieser Yogapraxis. Sie sollte mit leerem Magen praktiziert werden und es gibt einige Kontraindikationen zu berücksichtigen!


In der Übersetzung von Peter Thomi, Institut für Indologie Wichtrach, Schweiz, gibt es zwei Lesarten für den zweiten Vers zu dieser Praxis (GS 1,21): Diese geheimzuhaltende höchste Dhauti darf nie enthüllt werden. Und: Diese geheimzuhaltende höchste Dhauti ist selbst für Götter schwer zu erreichen.

Und in seinem Kommentar zum Vers 20 schreibt Peter Thomi: Man zieht kräftig den Bauch ein und drückt den Nabel gegen hinten; der als Weltachse geltende Götterberg Meru steht in der yogischen Physiologie für die Wirbelsäule. - "welche den Yogin zum Gelingen des Yoga verhilft": Das weist darauf hin, dass diese Übung auch Mudrā-Charakter hat und über ihre Bedeutung als Dhauti hinausweist. Die Nabelgegend ist nicht nur Sitz des Feuerprinzips, sondern auch der kuṇḍalinī.

Die Gheraṇḍa Saṃhitā des Kaivalyadhama Instituts, Lonavla, Indien, von Swami Digambarji und Dr. M.L. Gharote, zweite Auflage 1978, führt vahnisāra in Kapitel 1, Vers 19f auf. In Vers 20 steht: This Vahnisāra dhauti brings success in Yoga to the aspirants. This should be kept a secret and should never be divulged.

Dies verdeutlicht den Stellenwert dieser Yoga-Reinigungstechnik.

Variante[Bearbeiten]

Swami Satyananda Saraswati stellt in Asana Pranayama Mudra Bandha[8] "Agnisar Kriya or Vahnisara Dhauti" vor. Dabei soll die Bauchbewegung mit den entsprechenden Atembewegungen verbunden werden: während der Ausatmung spanne man die Bauchmuskulatur an, während der Einatmung dehne man den Bauch aus (S. 492). Ein weiterer Unterschied ist die Ausgangsposition, hier wird die Technik im Sitzen ausgeführt. Er schreibt zur Wirkung der Praxis: activating the digestive fire or cleansing with the essence of fire.

Literatur[Bearbeiten]

Gheraṇḍasaṃhitā, aus dem Sanskrit übersetzt, kommentiert und mit Abbildungen herausgegeben Peter Thomi, zweite, vollständig revidierte und neugestaltete Aufl. 2006, Institut für Indologie Wichtrach, ISBN 3 7187 0028 X

Gheraṇḍa Saṃhitā, Kaivalyadhama Institut, Lonavla, Indien, von Swami Digambarji und Dr. M.L. Gharote, zweite Auflage April 1997, ISBN 8190280333

Wegweiser zur Quelle - Beiträge zur Yogatradition, Gesellschaft für Geisteswissenschaftliche Fortbildung e.V., Düsseldorf, 2. Auflage 2001 ISBN 3-9805736-1-3 (zurzeit nicht erhältlich)

Asana Pranayama Mudra Bandha von Swami Satyananda Saraswati, Bihar School of Yoga 1996, Printed by Yoga Publications Trust Reprinted 2002, ISBN 81-86336-14-1

Weblinks[Bearbeiten]

ausführliche, auch funktionell-anatomische Beschreibung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sanskrit Dictionary for Spoken Sanskrit. Abgerufen am 1. August 2020.
  2. Sanskrit Dictionary for Spoken Sanskrit. Abgerufen am 1. August 2020.
  3. Sanskrit Dictionary for Spoken Sanskrit. Abgerufen am 1. August 2020.
  4. sat -- six -- Sanskrit Dictionary. Abgerufen am 2. August 2020.
  5. Sanskrit Dictionary for Spoken Sanskrit. Abgerufen am 2. August 2020.
  6. Sanskrit Dictionary for Spoken Sanskrit. Abgerufen am 2. August 2020.
  7. Uwe Bräutigam, Leopoldo Chariarse u.a.: Wegweiser zur Quelle - Beiträge zur Yogatradition. Hrsg.: Gesellschaft für Geisteswissenschaftliche Fortbildung e.V. GGF. 2. Auflage. GGF Verlag, Düsseldorf 2001, ISBN 3-9805736-1-3.
  8. Welcome to Bihar Yoga - Asana and Pranayama. Abgerufen am 2. August 2020.


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