Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1933–2017)

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Friedrich Karl IV. Josef Gero Michael Maria Aloisius zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (* 19. Januar 1933 in Waldenburg; † 6. Juni 2017 ebenda) war ab 1982 Chef des Hauses Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst. Als Oberhaupt der Familie nannte er sich Fürst von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst und war so auch von 1982 bis zu seinem Tod allgemein bekannt.[1] Er war Forstmann, Künstler, Unternehmer und veröffentlichte zu familien- und landesgeschichtlichen Themen.[2]

Herkunft[Bearbeiten]

Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst wurde am 19. Januar 1933 in Waldenburg geboren. Seine Eltern waren Fürst Friedrich Karl III. (1908–1982) und Mechtilde Prinzessin von Urach (1912–2001). Seine Großeltern mütterlicherseits waren Herzog Wilhelm II. von Urach, der zum Ende des Ersten Weltkriegs fast König von Litauen wurde, und Amalie Maria Herzogin in Bayern, eine Nichte von Kaiserin Elisabeth von Österreich.[3]

Leben[Bearbeiten]

Seine Kindheit verlebte er in Waldenburg, bis in den letzten Kriegstagen die Stadt zerstört wurde und das Schloss vollständig ausbrannte. Die Familie lebte einige Jahre auf der Laurach, einem Hofgut oberhalb des Neumühlsees.[4][2] Von 1953 bis 1960 studierte Friedrich Karl in Freiburg im Breisgau und München Forstwirtschaft, nächstens absolvierte er seine Referendariatszeit und legte das Staatsexamen ab. Er verfügte über verschiedene Fähigkeiten und hatte viele Interessen. Er verwaltete seinen eigenen Wald, der seit vielen Generationen in der Hand der Familie Hohenlohe-Waldenburg war. 1981 kaufte er auch Wald in den Anden von Chile.[5]

In den 60er Jahren forcierte Friedrich Karl gemeinsam mit seinem Vater den Wiederaufbau des Schlosses in Waldenburg, das 1945 durch Artilleriebeschuss in Brand geraten war.

1966 heiratete er Marie Gabrielle von Rantzau, die Tochter des Diplomaten Josias von Rantzau.[5] Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er im Jahr 1967 die Hohenloher Spezial-Maschinenbau GmbH (HSM) für unter anderem den Vertrieb von Forstmaschinen. Aus einem kleinen Betrieb wurde ein international tätiges Unternehmen mit Sitz in Neu-Kupfer.[2]

Friedrich Karl zeichnete Vorliebe für die Kunst aus. Bei seinem Onkel, dem Maler Albrecht Fürst von Urach, erhielt er 1948 bis 1953 eine künstlerische Ausbildung und malte ein Leben lang in seiner Freizeit. In seinen künstlerischen Arbeiten waren der Wald und die Landschaft bevorzugte Themen. Entstanden sind hunderte Kunstwerke, vor allem Aquarelle und Pastelle, die man bei Ausstellungen im In- und Ausland bewundern konnte. Außerdem interessierte er sich für Musik und Literatur. Dank seinem umfangreichen Wissen konnte er viele wertvolle genealogische und historische Werke veröffentlichen. Der Waldenburger Bürgermeister Markus Knobel braucht nicht lange zu überlegen, um Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg zu beschreiben: „Er war ein ehrlicher Mensch, aufrichtig, dem Allgemeinwohl verpflichtet und jemand, der immer seine Meinung vertreten hat.“[6]

Vorfahren[Bearbeiten]

Ahnentafel Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst
Urgroßeltern

Fürst
Friedrich zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1814–1884)
⚭ 1840
Prinzessin Therese zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1816–1891)

Graf
Alfred zu Erbach-Fürstenau (1813–1874)
⚭ 1860
Prinzessin Louise zu Hohenlohe-Ingelfingen (1835–1913)


Herzog Wilhelm von Urach (1810–1869)

⚭ 1863
Prinzessin Florestine von Monaco (1833–1897)

Herzog Carl Theodor in Bayern (1839–1909)
⚭ 1865
Prinzessin Sophie von Sachsen (1845–1867)

Großeltern

Fürst Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1846–1924)
⚭ 1842
Prinzessin Therese zu Hohenlohe-Waldenburg (1869–1927)

Herzog Wilhelm Karl von Urach (1864–1928)
⚭ 1892
Herzogin Amalie in Bayern (1865–1912)

Eltern

Friedrich Karl III. zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1908–1982)
⚭ 1873
Mechtild von Urach (1912–2011)

Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1933–2017)

Literatur[Bearbeiten]

  • Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013605-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der bürgerliche Name aller Linien des Hauses Hohenlohe in Deutschland beginnt seit 1919 mit Prinz zu Hohenlohe-… bzw. Prinzessin zu Hohenlohe-…. Die jeweiligen Chefs der Linien nennen sich in der Öffentlichkeit bis heute jedoch traditionell Fürst zu Hohenlohe-…. Diese traditionelle Bezeichnung mit sogenanntem Erstgeburtstitel kann üblicherweise als Pseudonym gewertet werden. Als Höflichkeitsform ist es in nichtamtlichen Zusammenhängen sowohl in der Literatur als auch in der Gesellschaft üblich, den Namen mit Erstgeburtstitel zu benutzen. Die auf den nicht mehr existierenden und vererbbaren Primogenituradel zurückgehende Praxis müsste eigentlich gemäß einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. März 1966 amtlich irrelevant sein. In einigen Fällen insbesondere auch des Hauses Hohenlohe gelangte der Namensbestandteil Fürst auf Grund des Wohlwollens der örtlichen Behörde jedoch auch in das Melderegister (siehe dazu auch Wilfried Rogasch: Schnellkurs Adel, DuMont, Köln 2004, ISBN 978-3-8321-7617-4, S. 17.)
  2. 2,0 2,1 2,2 Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg gestorben. In: www.stimme.de. 12. Juli 2017, abgerufen am 13. Januar 2020.
  3. Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1933–2017)
  4. Nachruf: Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg ist tot. In: www.forstpraxis.de. 7. Juli 2017, abgerufen am 13. Januar 2020.
  5. 5,0 5,1 [1]
  6. Nachruf: Der Wald war seine Passion. In: www.swp.de. 12. Juli 2017, abgerufen am 13. Januar 2020.


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