Qualzucht-Evidenz-Netzwerk

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Das Qualzucht-Evidenz-Netzwerk (QUEN) ist eine Datenbank zum Überblick über zuchtbedingte sichtbare und verdeckte Defekte vieler Tierarten, die als Unterstützung für Veterinärbehörden, Gerichte und Gesetzgeber dienen soll. Diese Prädispositionen und Erkrankungen (Qualzucht) werden in Studien, Gutachten und auf Datenbanken beschrieben und werden im QUEN zusammengefasst.

Projekt QUEN[Bearbeiten]

Das Qualzucht-Evidenz Netzwerk ist eine von Mitgliedern der Berliner Tierärztekammer entwickelte, nicht kommerzielle Initiative die in Kooperation  mit der Tierärztekammer Berlin, der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT), dem Deutschen Tierschutzbund mit der Akademie für Tierschutz, der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW), den Tierschutzbeauftragten der Bundesländer in Deutschland, dem Schweizer Tierschutz (STS), und dem Tierschutzkompetenzzentrum an der veterinärmedizinischen Fakultät der Justus-Liebig-Universität Gießen. Das Projekt wird unterstützt von Expertinnen und Experten aus.Deutschland, Österreich, der Schweiz, Norwegen, Frankreich, den Niederlanden und weiteren europäischen Nachbarländern sowie tierärztlichen Fachverbänden und Tierschutzorganisationen.

Primär soll die Website Behörden, Gerichten und politischen Entscheidungsträgern als Informationsquelle zur Verfügung stehen, um den Vollzug des TierSchG zu unterstützen. Gleichzeitig soll aber auch die Öffentlichkeit in einem transparenten Prozess umfassend informiert werden, indem die auf viele Stellen verteilten Erkenntnisse und Informationen kompakt an einer Stelle zur Verfügung gestellt werden. Ein sehr wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes ist es, das Projekt als gemeinsame Leistung aus der Gesellschaft – mit internationaler Beteiligung für die Gesellschaft zu entwickeln und zu betreiben.

Mit der Webseite QUEN [1] entsteht unter Beteiligung von vielen Experten aus Biologie, Veterinärmedizin, Recht und Genetik eine sachverständige Zusammenfassung dessen, was als aktueller, gesicherter wissenschaftlicher Kenntnisstand im Bereich der Zucht mit Defekten gilt. Aktuelle Erkenntnisse und Gerichtsurteile können ständig ergänzt werden. Zukunftsorientiert gilt es, moderne, wachsende, ergänzungsfähig dynamische Systeme als Grundlage des Tierschutzes zu benutzen, die dem Erkenntnisgewinn im Tierschutz angemessen Rechnung tragen.

Zusammenarbeit zwischen dem Hessischen Tierschutzkompetenzzentrum[Bearbeiten]

Die unverhohlene Vermehrung von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen belegt die erheblichen Mängel bei der Verhinderung und Ahndung von Qualzuchten. Durch die vorrangige Beurteilungskompetenz von Amtstierärzten bei der Beurteilung von entstehenden Schmerzen, Leiden und Schäden kommt dem amtstierärztlichen Gutachten eine übergeordnete Stellung zu. Für den Tierschutzvollzug ist die eindeutige Benennung zuchtbedingter Defekte und deren Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des einzelnen Tieres oder ganzer Rassen notwendig und in der Regel mit zeitaufwendigen Recherchen verbunden. Sowohl das Hessische Tierschutzzentrum, als auch das Projekt QUEN, streben an, für Veterinärämter kollaborativ unterstützend tätig zu werden. Im Sinne einer synchronen, mehrdimensionalen Form der Zusammenarbeit sollen die komplexen Probleme in der Benennung belastbarer, wissenschaftlich anerkannter Qualzuchtattribute gemeinschaftlich gelöst werden. Durch die sowohl im Hessischen Tierschutzzentrum, als auch im Projekt QUEN praktizierte Bereitschaft der Einbindung unterschiedlicher Sichtweisen und Förderung der Interdisziplinarität, erscheint es nur konsequent, die Kompetenzen im Interesse der gemeinsamen Sache zu bündeln. In praxi befassen sich Expertenteams der Projektgruppe QUEN mit der einem strengen Qualitätsmanagement unterliegenden Erstellung von Merkblättern zu allen von Qualzuchtdefekten betroffenen Tierarten. Expertenteams des Hessischen Tierschutzzentrums gleichen dann die Merkblätter nochmals vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Aktualität und Evidenz ab und bestätigen diese. Auch der Begutachtungsprozess erfolgt im Sinne eines dynamisch aufeinander abgestimmten Qualitätsmanagements unter Einbindung der jeweiligen Fachexperten. Auf dieser organisatorischen Grundlage wird eine Zertifizierung entwickelt und rechtlich gestaltet, so dass die finalisierten Merkblätter die Anforderungen an ein antizipiertes Gutachten erfüllen. Die Merkblätter werden auf der Datenbank QUEN zugänglich gemacht. Die Koordination der Merkblätterbearbeitung zwischen dem Hessischen Tierschutzzentrum, dem Projekt QUEN und anderer beteiligten Akteure wird durch eine eigens dafür eingerichtete Koordinationsstelle unterstützt. Diese befindet sich unter dem Dach des Hessischen Tierschutzzentrums mit Sitz in der Sektion Qualzucht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gough et al: Breed Predispositions to Disease in Dogs and Cats, Wiley Blackwell, 2018, ISBN 978-1-119-22557-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]


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