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Migranten in der Bundeswehr

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Als Migranten in der Bundeswehr werden Angehörige der deutschen Streitkräfte bezeichnet, die einen Migrationshintergrund haben. Ihr Anteil entspricht in etwa dem gesellschaftlichen Durchschnitt.[1] Jedem deutschen Staatsangehörigen steht der Dienst in der Bundeswehr offen und seit den 1990er Jahren steigt der Anteil der Soldaten, deren Eltern nicht im Bundesgebiet geboren sind, stetig.

Bundeswehrsoldaten ohne deutsche Staatsangehörigkeit[Bearbeiten]

Im Rahmen der Wehrpflicht war ursprünglich jeder männliche Deutsche zum „Dienst an der Waffe“ verpflichtet. Ausschlaggebend war die deutsche Staatsangehörigkeit, unabhängig davon, ob eine weitere Staatsangehörigkeit vorlag. 2011 wurde die Wehrpflicht ausgesetzt.

Um mehr Deutsch-Türken für die Bundeswehr zu gewinnen, wollte Verteidigungsminister Thomas de Maizière die türkische Regierung in Ankara dazu bewegen, freiwillig dienenden Bundeswehrsoldaten mit doppelter Staatsbürgerschaft den Wehrdienst in der Türkei zu erlassen.[2]

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte 2019 die Beteiligung von Soldaten mit muslimischen Hintergrund bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr unverzichtbar: „Mit ihren Sprach- und Kulturkenntnissen erleichtern sie uns den Zugang zur jeweiligen Bevölkerung.“ Laut von der Leyen hatten 15 Prozent aller Beschäftigten bei der Bundeswehr einen Migrationshintergrund, darunter mit türkischer, afrikanischer, arabischer und insbesondere russisch-deutscher Abstammung.[3]

Ausblick[Bearbeiten]

2018 wurden Pläne des Verteidigungsministeriums bekannt, EU-Ausländer für den Dienst in der Truppe zuzulassen, um den Mangel an qualifizierten Bewerbern auszugleichen. Erste Ideen dazu wurden schon im Weißbuch zur Sicherheitspolitik von 2016 niedergelegt.[4] Für eine politische Diskussion sorgte hierbei die Idee, ausländischen Rekruten im Gegenzug zum Eintritt in die Bundeswehr den deutschen Pass anzubieten. Begründet wird dies dadurch, dass aus dem deutschen Soldatengesetz ein besonderes Treueverhältnis zwischen Staat und Soldat vorausgesetzt wird. Als dessen Voraussetzung gilt die deutsche Staatsbürgerschaft. Kritisiert wird daran, dass Bewerber wie in Söldnerarmeen (Fremdenlegion) den Dienst antreten, um die Staatsbürgerschaft zu erlangen und nicht wie Deutsche mit einem Migrationshintergrund, die diese ohnehin haben und freiwillig Dienst für Deutschland leisten.[5]

Zahlen[Bearbeiten]

Über die genaue Anzahl der Soldaten mit migrantischer Familiengeschichte gibt es unterschiedliche Angaben. Diese liegen zwischen 13 %[6] und 25 %[7]. Bei höheren Dienstgraden ist der Anteil niedriger.[7] Der Großteil der Soldaten mit Migrationshintergrund stammt aus russlanddeutschen Familien.[6] Unter den insgesamt 180.000 Soldaten des Jahres 2019 wird die Anzahl der Muslime seitens des Verteidigungsministeriums auf circa 3000 geschätzt.[8] [6]

Verein Deutscher Soldat e.V.[Bearbeiten]

Der 2010 gegründete Verein Deutscher Soldat e.V. (Eigenschreibweise Deutscher.Soldat) will sich für ein positives Selbstverständnis von Migration und Integration einsetzen.[9] Hintergrund der Vereinsgründung waren kontroverse Äußerungen Thilo Sarazins über eine "Integrationsunwilligkeit oder -fähigkeit" von Zuwanderern.[10][1] Man wolle zeigen, dass dieses Bild "nicht der Wirklichkeit entspricht".[10] Nach eigenen Angaben von 2015 hat er 120 Mitglieder.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Daniel Bax: Oberleutnant über Migranten in Uniform: „Die Bundeswehr ist heute bunt“. In: Die Tageszeitung: taz. 27. Februar 2013, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 27. Juni 2019]).
  2. https://www.focus.de/politik/deutschland/de-maiziere-auf-mission-in-ankara-mehr-tuerken-fuer-die-bundeswehr_aid_770361.html
  3. https://www.dw.com/de/von-der-leyen-muslime-in-bundeswehr-bei-auslandseins%C3%A4tzen-unverzichtbar/a-19558831
  4. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: Integration bei der Bundeswehr: Mehr Vielfalt für die Truppe. Abgerufen am 27. Juni 2019.
  5. WELT: Soldatenmangel: Bundeswehr erwägt aus Personalnot Aufnahme von Ausländern. 21. Juli 2018 (welt.de [abgerufen am 27. Juni 2019]).
  6. 6,0 6,1 6,2 Jochen Gaugele und Miguel Sanches: CDU-Politiker Henning Otte warnt vor Ausländer-Aufnahme in Bundeswehr. 23. Juli 2018, abgerufen am 27. Juni 2019 (deutsch).
  7. 7,0 7,1 FAZ: Jeder vierte einfache Soldat hat Migrationshintergrund. 3. Juli 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 28. Juni 2019]).
  8. Militärrabbiner sollen Bundeswehr unterstützen, Der Spiegel, 2. April 2019. Abgerufen am 29. Juni 2019.
  9. Deutscher.Soldat. e.V. - Home. Abgerufen am 28. Juni 2019.
  10. 10,0 10,1 10,2 Deutscher.Soldat. e.V. - Entstehung. Abgerufen am 28. Juni 2019.


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